Berlin - Die Bereitschaft des medizinischen Personals in den Kliniken zu einer Impfung gegen das Sars-CoV-2-Virus hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert. Nach Berichten über Zurückhaltung gegenüber der Impfung zu Beginn der Kampagne melden die Kliniken aktuell vor allem auf den Stationen mit (möglichen) direkten Kontakten zu Covid-19-Patienten Impfquoten von rund 90 Prozent. 

„Diese Mitarbeiter wissen, was alles passieren kann, wenn man Covid-19 hat“, sagte beispielsweise der Tropenmediziner von der Unimedizin Rostock, Emil Reisinger. Auch der Leiter des Impfteams an der Unimedizin Greifswald, Christian Scheer, berichtete von unterschiedlichen Quoten: „Die Bereitschaft ist vor allem bei Ärzten und in der Forschung hoch. Wir gehen davon aus, dass die Impfbereitschaft noch weiter steigen wird, im Moment liegt sie durchschnittlich bei rund 60 Prozent.“

Universitätsarzt: Niemand darf zur Impfung gezwungen werden

Die Klinik setze auf Aufklärung und Gespräche und biete regelmäßige Online-Informationsveranstaltungen an. Flankiert werde dies von einer Plakatkampagne. „Das hat dazu geführt, dass das Vertrauen in die Impfstoffe nach und nach deutlich gestiegen ist“, betonte Scheer.

Wie Reisinger sagte, sei zu beobachten, dass mehr Leute zum Impfen kamen, nachdem die ersten Impfungen gut vertragen wurden. „Man kann die Menschen nicht zwingen, sich impfen zu lassen“, betonte er. Druck aufbauen helfe nicht, es werde das Gegenteil erreicht.