Potsdam - Der 23-jährige Einbrecher, der im Orangerieschloss des Welterbeparks Sanssouci randaliert hatte und dann nackt vom Dach gestürzt war, ist seinen schweren Verletzungen erlegen. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizeidirektion West am Freitag. Zuerst hatten die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichtet. Die Staatsanwaltschaft Potsdam habe ein Verfahren zu Ermittlung der Todesursache eingeleitet, erklärte die Sprecherin.

Der junge Mann aus dem Landkreis Teltow-Fläming hatte nach Angaben der Polizei in der Nacht zu Mittwoch an den „Neuen Kammern“ und an einer Villa nahe des Parks Scheiben eingeschmissen und dann im Orangerieschloss randaliert. Als die Polizei anrückte und mit einer Drehleiter der Feuerwehr Kontakt zu ihm aufgenommen hatte, stürzte er sich nackt vom Dach eines Pavillons des Orangerieschlosses.

Rettungskräfte brachten ihn schwer verletzt in ein Krankenhaus. Da der Mann aufgrund seiner schlechten Gesundheitszustandes nicht befragt werden konnte, sei bisher nicht klar, warum er das tat. 

Polizei sprach von mehreren Hunderttausend Euro Schaden

Laut Polizei hatte der nackte Randalierer einen Schaden von mehreren Hunderttausend Euro angerichtet. Laut der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten wird der Schaden vorläufig auf mindestens rund 170.000 Euro beziffert. Hinzu kämen noch die Eigenleistung der Restauratoren und der Mitarbeiter des Schirrhofs. 

Ermittler hatten zudem geprüft, ob der 23-Jährige schon etwa zwei Stunden vor den Randalen auffällig geworden war. Da war die Polizei wegen eines nackten Mannes auf einem Friedhof in der nördlichen Vorstadt gerufen worden. Der unbekleidete Verdächtige war der nach dem Eintreffen der Beamten jedoch schon geflohen.

Hilfe-Nummern

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis sonnabends von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Sonnabend nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de