Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht ( beide SPD) sind offenbar in Streit geraten. Faeser plant nach eigenen Worten nicht, ihr Amt vorzeitig aufzugeben, um SPD-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2023 in Hessen zu werden. Hintergrund: Lambrecht möchte, dass Faeser 2023 Ministerpräsidentin in Hessen wird und dann nicht mehr Innenministerin ist.

„Würden Sie dieses Amt der Bundesinnenministerin aufgeben? Ich habe das nicht vor“, sagte sie der Bild am Sonntag. Die Zeitung hatte Faeser zur Äußerung von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) befragt. Lambrecht erklärte auf t-online.de: „Ich setze darauf, dass Nancy Faeser nicht nur Spitzenkandidatin wird, sondern auch die erste Ministerpräsidentin in Hessen.“

Faeser ist als Bundesinnenministerin auch für Sport zuständig. Sie bezeichnete sich als Patriotin. „Nicht nur, aber ganz besonders beim Fußball. Da fiebere ich sehr mit unserer Nationalmannschaft mit.“ Die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland werde für sie als Sportministerin ein Höhepunkt ihrer Amtszeit sein, sagte Faeser.

Lambrecht war vor wenigen Wochen in die Kritik geraten, weil sie ihren erwachsenen Sohn regelmäßig auf Dienstreisen mitnehme. Faeser sagte der BamS, sie habe ihren siebenjährigen Sohn noch nie auf Dienstreisen dabei gehabt.