Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich in einem Londoner Krankenhaus unter Narkose einer Operation an den Nebenhöhlen unterzogen. Der „sehr kleine Routineeingriff“ habe am frühen Montagmorgen stattgefunden, sagte ein Downing-Street-Sprecher am Mittag. Wenige Stunden später sei Johnson bereits wieder in seinem Amtssitz gewesen.

Die Frage, wie es dem Premier gehe, konnte der Sprecher in einem Briefing auf Nachfrage von Journalisten zunächst nicht beantworten, da er eigenen Angaben zufolge nach dem Eingriff noch nicht mit Johnson gesprochen hatte. Von seinem Zustand hänge auch ab, wann Johnson wieder arbeiten werde, hieß es. Planmäßig wollte der 58-Jährige am Dienstag wie üblich eine Kabinettssitzung leiten.

„Partygate“ und Misstrauensvotum: Johnson politisch angeschlagen

Am Wochenende war der britische Regierungschef erneut überraschend in die Ukraine gereist. In dieser Woche stehen in England zwei Nachwahlen an, bei denen Johnsons Tory-Partei Niederlagen drohen. Nach einer heftigen Rebellion aus den eigenen Reihen bei einem Misstrauensvotum gilt Johnson politisch als angeschlagen. Seit der Affäre um verbotene Lockdown-Partys in der Downing Street steht er in der Kritik, seine eigenen Regeln und damit das Gesetz gebrochen zu haben.