Berlin - Hochsaison der Blaualgen: Am Mittwoch ist ein Hund in Folge einer Vergiftung durch eine Blaualgen-Mutation im Tegeler See gestorben. Ein weiterer Mischling musste tiernotärztlich versorgt werden. Wie die B.Z. berichtet, soll eines der Tiere im Wasser gewesen sein und dort getrunken sowie einen Baumstamm abgeleckt haben. Ein weiteres Tier war ausschließlich im Uferbereich unterwegs und könnte dort Schadstoffe durch den Sand aufgenommen haben. 

Nach Angaben des Reinickendorfer Ordnungsstadtrats Sebastian Maack (AfD) ist ein Tier trotz tiernotärztlicher Versorgung gestorben. Der andere Hund konnte gerettet werden.

Die ersten Symptome einer Vergiftung durch Blaualgen bei Hunden sind Würgen, Muskelkrämpfe und Zittern. Die Gliedmaßen sind gelähmt und kurze Zeit später brechen die Tiere mit Schaum vor dem Mund zusammen. 

Blaualge Tychonema seit 2017 im Tegeler See

Das Phänomen der Blaualge Tychonema tritt seit 2017 im Tegeler See in Berlin auf. Wassertemperaturen bis 20 Grad bieten beste Bedingungen für die Verbreitung der Alge. Dabei produziert sie das Nervengift Anatoxin A. Seit 2017 haben bereits 18 Hunde eine Vergiftung erlitten. 16 von ihnen starben. Bei vielen Hunden konnte Anatoxin A bei der Obduktion festgestellt werden. Das Gift ist so stark, dass selbst die Tierärzte während der Untersuchungen Vergiftungserscheinungen wie Kopfschmerzen und Schwindel aufweisen. 

Auch für kleine Kinder kann der Kontakt mit dem Nervengift unangenehme Folgen haben. So können Beschwerden wie Bindehautentzündungen, Haut- und Schleimhautreizungen, Ohrenschmerzen, Durchfall, Atemwegserkrankungen, allergische Reaktionen oder Durchfall verursacht werden. Für Erwachsene sind die Gefahren weitaus geringer.