Der Streamingdienst Netflix war lange dafür bekannt, dass er keine Werbung auf seiner Plattform ausspielt. Dies soll sich nun ändern – und zwar früher als von Marktbeobachtern vermutet. Schon innerhalb der nächsten sechs Monate könnten Werbeeinblendungen eingeführt werden, berichtet die New York Times. Dies gelte zumindest für günstigere Abos. Es soll aber weiterhin auch teurere, werbefreie Preisstufen geben.

Auch Konkurrenten wie Hulu und Disney setzen auf Werbung

Der New-York-Times-Bericht stimmt mit Aussagen von Netflix-Co-CEO Reed Hastings überein. Er hatte erst im April dieses Jahres bei einem Investorengespräch gesagt, man könne die Preisspanne dadurch verbreitern, dass bei „niedrigpreisigen Abo-Modellen Werbung“ angezeigt wird. Die Maßnahme ist offenbar Ausdruck des enormen Wettbewerbs unter den Streamingdiensten. Laut Hastings verzichtet man sogar darauf, zunächst Testmärkte zu bespielen, berichtet die Zeitung Der Standard. Auch bei Konkurrenten wie Hulu, Disney und HBO gibt es Werbung.

Strengere Neuregelungen zum Teilen von Accounts

Wie sich die Nutzungsbedingungen bei Netflix-Abos mit und ohne Werbeeinblendungen im Einzelnen ändern, ist noch nicht bekannt. Eine durchgesickerte Mitteilung an Konzernbeschäftigte legt nahe, dass eine Abostufe eingeführt wird, die zwar preisgünstiger ist, aber Spots enthält.

Das Unternehmen will das Vorhaben offenbar näher erläutern, wenn es auch die geplanten strengeren Neuregelungen zum Teilen von Accounts vorstellt. Die bislang oftmals missbräuchliche Nutzung sei für einen starken Nutzerschwund mitverantwortlich, hatte der US-Konzern beklagt.