EutinDie von Bund und Ländern neu beschlossenen Corona-Maßnahmen sind bei Spitzenvertretern der Kommunen zum Teil auf Kritik und Vorbehalte gestoßen. Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, er habe Zweifel, ob mit den Bewegungseinschränkungen an Corona-Hotspots sowie den verschärften Kontaktverboten „nicht der Bogen überspannt wird“.

Die Maßnahmen bringen ihm zufolge „große Teile der Bevölkerung in Schwierigkeiten, auf deren Mitmachen wir angewiesen sind“. Auch die fortdauernde Schließung von Schulen stufte der CDU-Politiker und Landrat des Landkreises Ostholstein als „sehr weitgehend“ ein. Sager kritisierte, die Einschränkungen würden vor allem die ländlichen Räume betreffen, wo zwei Drittel der Bevölkerung leben. Um sich die Kooperation der Bevölkerung zu sichern, müssten die Maßnahmen nachvollziehbar sein, sagte der Präsident des Landkreistags dem Handelsblatt.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund zweifelte die Umsetzbarkeit der geplanten 15-Kilometer-Regel an. Diese Vorschrift sei kaum kontrollierbar, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Gerd Landsberg, der Rheinischen Post. Zudem sei fraglich, ob die Maßnahme durch die vielen Ausnahmen – etwa für Berufspendler – Wirkung entfalten werde. Allgemein begrüßte Landsberg jedoch die Bund-Länder-Beschlüsse. Die Verlängerung des harten Lockdowns bis zum 31. Januar sei „eine richtige Entscheidung“, auch wenn sie für die Menschen und die Wirtschaft „hart“ sei.