Neue Fluchtroute: Über Kaliningrad nach Europa

Die bekannte Mittelmeerroute ist riskant. Viele Migranten versuchen offenbar mittlerweile, über die russische Exklave nach Europa zu gelangen.

Polnische Soldaten installieren Stacheldraht entlang der polnischen Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad.
Polnische Soldaten installieren Stacheldraht entlang der polnischen Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad.dpa/PAPArtur Reszko

In den vergangenen Monaten hat sich offenbar eine neue Fluchtroute aufgetan, über die Menschen aus dem Nahen Osten nach Europa gelangen. Wie die Tagesschau berichtet,  führt sie über die russische Exklave Kaliningrad. Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen russischen Provinz und befindet sich an der Ostsee zwischen Polen und Litauen.

Russland öffnete Anfang Oktober den Flughafen Kaliningrad für ausländische Fluggesellschaften. Seitdem begeben sich offenbar vermehrt Menschen aus dem Nahen Osten auf die Route über die russische Exklave an der Ostsee.

Fluchtroute über Mittelmeer besonders riskant

Das Auswärtige Amt sagte gegenüber dem Südwestdeutschen Rundfunk (SWR): „Seit einigen Monaten beobachten die Bundesregierung und EU-Partner eine Zunahme von unerlaubten Migrationsbewegungen auf der Route über Russland (...). Lettland, Litauen und Polen berichten über Fälle von unerlaubt aus Belarus eingereisten Personen mit russischen Visa in ihren Reisepässen“. Das benötigte russische Visum ist offenbar leicht zu erhalten.

Die bisherige Fluchtroute über das Mittelmeer ist riskant. Erst am Montag wurden erneut 500 Migranten in Seenot vor der Küste von Italien gerettet. Die „Humanity 1“ des Berliner Vereins SOS Humanity erreichte am Sonntag die Stadt Bari an der Adria, wo die 261 Menschen das Schiff verlassen konnten. Die unter norwegischer Flagge fahrende „Geo Barents“ von Ärzte ohne Grenzen legte mit 248 Migranten in Salerno an, südlich von Neapel.