Berlin - Katzenhalterinnen und Katzenhalter in Berlin müssen sich auf gravierende Änderungen einstellen. Für Freigänger-Katzen will der Senat am Dienstag eine Reihe neuer Auflagen beschließen. Damit solle das Elend verringert werden, das bei den Tieren durch Krankheiten und Parasiten verursacht werden. Zuerst berichtete der Tagesspiegel. Die neue Verordnung sieht unter anderem vor, dass frei laufende Katzen in der Hauptstadt künftig kastriert oder sterilisiert sein müssen.

Außerdem müssen ihre Besitzer sie dann chippen und registrieren lassen. Um die neuen Auflagen zu erfüllen, soll Besitzern eine Frist von einem Jahr eingeräumt werden. Hintergrund der neuen Katzenschutzverordnung ist der derzeitige Anstieg von Streunerkatzen in der Stadt. Viele von ihnen seien verletzt und krank – sie litten etwa an Katzenschnupfen, Parasiten, Zahnentzündungen oder infizierten Wunden. Dass künftig noch mehr Katzen herrenlos herumstreunen, soll mit den neuen Regeln verhindert werden.

Viele Lockdown-Katzen vermutlich nicht kastriert

Derzeit leben etwa 10.000 Streunerkatzen in Berlin, wie die Sprecherin des Berliner Tierheims, Annette Ros, gegenüber der Zeitung angab. Sie vermutet, dass viele Menschen, die sich etwa im Lockdown eine Katze angeschafft haben, nicht wüssten, wie wichtig es ist, die Tiere unfruchtbar zu machen oder ihnen das Geld dazu fehle.

Bereits im Koalitionsvertrag war festgelegt worden, dass eine Katzenschutzverordnung beschlossen werden soll. Tierschützer kritisieren den Senat für sein langsames Handeln. Aus der Senatsverwaltung hieß es, dass rechtliche Herausforderungen einen Beschluss der Schutzverordnung verzögert hätten. Erst hätte der Senat beweisen müssen, dass es in der Stadt tatsächlich zu viele herumstreunende Katzen gebe. Ende Mai muss noch der Rat der Bürgermeister zustimmen. Der endgültige Senatsbeschluss soll dann in einem Monat erfolgen.