Berlin - Bei stark übergewichtigen Menschen könnte der Immunschutz durch eine Corona-Impfung schlechter ausfallen als bei Normalgewichtigen. Das legen die Ergebnisse einer Studie der Wirksamkeit von italienischen Forschern nahe, welche die Schutzwirkung des Vakzins der Hersteller Biontech und Pfizer untersucht hatten. Über die vorveröffentlichte Studie berichtete zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Demnach sei die Corona-Impfung bei Menschen mit Adipositas zwar nicht wirkungslos, aber mutmaßlich werde die Wirkung bei stark Übergewichtigen reduziert. In welchem Ausmaß lasse sich aus der aktuellen Studie nicht ableiten. Dennoch gebe es Hinweise darauf, dass der Immunschutz nicht nur schlechter ausfalle, sondern auch kürzer anhalte.

Im Rahmen der Studie hatten die Forscher die Antikörperbildung von 246 im Gesundheitswesen tätigen Menschen je nach Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index (BMI) verglichen. Im Gegensatz zu Menschen mit erhöhtem BMI, wurden insbesondere bei Frauen und jüngeren Menschen eine große Anzahl von Antikörpern nachgewiesen.

Schlechtere Schutzwirkung bei Übergewichtigen: Corona-Impfung ist kein Einzelfall

Dass Impfungen bei adipösen Patientinnen und Patienten schlechter anschlagen, sei bei dem Corona-Vakzin des Herstellers Biontech/Pfizer kein Einzelfall. Auch andere Impfungen, wie etwa gegen Influenza, Hepatitis B oder Tollwut wirken bei Adipositas nachweislich schlechter. Was die genauen Gründe dafür sind, sei noch nicht abschließend geklärt. Es sei aber bekannt, dass Adipositas chronische Entzündungsreaktionen im Organismus auslöst. Deshalb reagiert das Immunsystem schwächer auf viele Infektionen.

Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen, dass eine Corona-Impfung für stark übergewichtige Personen dennoch umso wichtiger sei, da auch Krankheitsverläufe bei ihnen bekanntlich schwerer ausfielen.