Die morgendliche Tasse Kaffee könnte womöglich mit einem geringeren Sterberisiko verbunden sein. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler in einer neuen Studie aus Südkorea, die am Montag im The Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde. Demnach war das Sterberisiko im Untersuchungszeitraum von sieben Jahren unter den Teilnehmern, die 1,5 bis 3,5 Tassen Kaffee pro Tag tranken 30 Prozent geringer als unter denjenigen, die keinen Kaffee konsumierten – obwohl der Kaffee mit jeweils einem Teelöffel Zucker gesüßt war.

Unter denjenigen, die den Kaffee ungezuckert tranken, war das Sterberisiko während des siebenjährigen Forschungszeitraumes 16 bis 21 Prozent geringer. Dabei hatten die, die etwa drei Tassen pro Tag tranken, verglichen mit Menschen, die auf Kaffee verzichten, das geringste Sterberisiko, so die Studie.

Wie gesund oder ungesund sind Kaffee-Getränke aus Coffeeshops?

Die Forscher ziehen folgendes Resümee: „Ein mäßiger Konsum von ungesüßtem und mit Zucker gesüßtem Kaffee war mit einem geringeren Sterberisiko verbunden.“ Dr. Christina Wee, außerordentliche Professorin für Medizin an der Harvard Medical School und stellvertretende Herausgeberin der wissenschaftlichen Zeitschrift, in der die Studie veröffentlicht wurde, gibt allerdings zu bedenken, dass es große Vorbehalte bei der Interpretation dieser Forschung gebe.

Es handele sich um eine Beobachtungsstudie, weshalb nicht eindeutig zu belegen sei, dass Kaffee das Sterberisiko senkt. Hinzu könnten weitere Lebensumstände bei Menschen, die Kaffee trinken, kommen. Zudem würden viele Kaffee-Getränke in Coffeeshops, die viele Kaffeetrinker aufsuchen, deutlich stärker gesüßt werden.

„Diese Getränke sind in der Regel kalorien- und fettreich“, sagt Dr. Eric Goldberg, klinischer außerordentlicher Professor für Medizin an der NYU Grossman School of Medicine gegenüber der New York Times. Dies mache möglicherweise den Nutzen des Kaffees selbst zunichte oder reduziere ihn zumindest.