Eine Frau sitzt mit Atemschutzmaske in einem Büro (Symbolbild). 
Foto: imago mages/Sabine Gudath

BerlinDie Konzentration der für die Übertragung von Corona-Viren relevanten Aerosole ist in Kinosälen offenbar deutlich geringer als in einem Büroraum. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Hermann-Rietschel-Instituts der Technischen Universität Berlin, die der dpa vorliegt. Die Studie wurde im Auftrag des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater (HDF Kino) erstellt. 

Wird im Kino nur geatmet, liege die Zahl der eingeatmeten Aerosole demnach selbst bei einem Film mit Überlänge noch deutlich unter der in einem Büro, in dem gesprochen werde, heißt es in der Studie. Das hängt nach Angaben der Forscher auch mit der Lüftungsart in den Kinos zusammen.

Ein Atemstoß eines Menschen enthält bis zu 1000 Aerosole, unter denen nach Angaben von Medizinern auch Coronaviren sein können. Aerosole sind deutlich kleiner als normale Tröpfchen, die etwa beim Husten oder Niesen ausgestoßen werden. Bei einer Aerosol-Übertragung gelangen die Viren direkt in die Atemwege.

Der Verband HDF Kino fordert nun, die Abstandsregelung von 1,50 Metern zu reduzieren, da die „Sicherheit der Besucher gewährleistet“ sei. Nur wenn Kinos ihre Kapazitäten erhöhen können, werde es mehr neue Filme geben, mit denen die Kinos die Krise überleben könnten.