Berlin - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach soll neuer Bundesgesundheitsminister werden. Dies sagte der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Montag bei der Präsentation der künftigen sozialdemokratischen Bundesministerinnen und -minister. Scholz betonte, die meisten Bürgerinnen und Bürger hätten sich gewünscht, dass der nächste Gesundheitsminister vom Fach sei, dass er es wirklich gut könne „und dass er Karl Lauterbach heißt“. 

Der Mediziner Lauterbach ist aber auch umstritten. Seine lautstarken Forderungen nach strengeren Pandemie-Maßnahmen machen ihn zum Feindbild vieler Corona-Kritiker. Gleichwohl bekam er am Montag sofort zahlreiche Glückwünsche. Nur AfD-Fraktionschefin Alice Weidel befand, „schlimmer hätte es für Deutschland nicht kommen können“.

Noch-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU): „Lieber Karl Lauterbach, herzlichen Glückwunsch zu dieser wichtigen und schwierigen, doch auch sehr schönen Aufgabe. Ich wünsche Ihnen dabei viel Erfolg und eine glückliche Hand. Denn es geht um unser Land. Die Bewältigung dieser Pandemie bleibt eine Gemeinschaftsaufgabe.“

CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen: „Karl Lauterbach hat sich aus seiner Persönlichkeit, seinem Intellekt und Engagement heraus ein unglaubliches Vertrauen in der Gesellschaft erarbeitet. Ich freue mich für ihn, dass das belohnt wird und wünsche ihm bei seiner neuen Aufgabe als Gesundheitsminister viel Erfolg!“

Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen: „Seine Expertise und wissenschaftliche Herangehensweise wird ein riesiger Mehrwert für die exekutive Pandemiebekämpfung sein. Ich schätze insbesondere seine Kollegialität und seinen Einsatz für Menschen ohne große Lobby im Gesundheitswesen.“

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel: „Während ihm die SPD noch in der letzten Legislatur keinerlei Kompetenz in Gesundheitsfragen zutraute und er deshalb keinerlei Funktionen bekleidete, wird Karl Lauterbach nun tatsächlich Gesundheitsminister. Schlimmer hätte es für Deutschland nicht kommen können.“

Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag: „Kleine Frage am Rande: Wird der Anne-Will-Talk dann zukünftig aus dem Foyer des Bundesgesundheitsministeriums gesendet? Frage für einen Freund, der irgendwas mit Medien zu tun hat.“

Kevin Kühnert, designierter SPD-Generalsekretär, reicht ein Wort, um die Aufmerksamkeit der Twitter-Gemeinde auf sich zu ziehen. „Düdüm“ lautet sein Kommentar zu einem Tweet des CDU-Vorsitzkandidaten Friedrich Merz. Dieser hatte vor wenigen Tagen sein Unverständnis darüber geäußert, dass Karl Lauterbach aus Gründen der Geschlechterparität nicht Gesundheitsminister auf dem Ticket der SPD werden könne. Nun steht fest: Lauterbach wird es doch – offenbar sehr zur Freude von Kühnert, wenn man „Düdüm“ richtig interpretiert.

Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: „Mit Herrn Lauterbach steht künftig ein versierter Kenner des komplexen Gesundheitswesens an der Spitze des Ministeriums. Wir bieten unsere Mitarbeit, Vorschläge und Expertise an.“

Der designierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach selbst bedankt sich bei allen, die ihn „hier auf Twitter unterstützt haben“. Lob und auch Kritik würden ihm viel bedeuten, betont der SPD-Politiker. „Ich freue mich, wenn Sie/Ihr meine Arbeit weiter begleitet.“