Berlin - Mediziner in Berlin beschäftigen sich aktuell mit einem weiteren Symptom, das mit einer Corona-Infektion in Zusammenhang stehen könnte. Wie die Ärzte-Zeitung berichtet, können Ohnmachtsanfälle womöglich auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen. Dabei geht es auch um den Fall eines 35-Jährigen, der wegen Ohnmachtsanfällen in ein Berliner Krankenhaus eingeliefert wurde.

Die Ärzte untersuchten den Patienten und stellten fest, dass eine Covid-Infektion die Synkopen (Kreislaufstörungen) ausgelöst hat. Die Mediziner sehen dabei einen klaren Zusammenhang zwischen Corona und den Ohnmachtsanfällen, heißt es in der Fachzeitung. Dieser Zusammenhang stelle sich aufgrund „der reproduzierbaren Umstände, unter denen sich die Synkope manifestiert, der eindeutigen chronologischen Korrelation der Symptome mit der SARS-CoV-2-Infektion und dem Nichtvorhandensein von Eigenschaften, die auf eine strukturelle Herzerkrankung hindeuten“, so die  Ärzte-Zeitung.

Forscher: 4,2 Prozent leiden an Ohnmachtsanfällen

Über ähnliche Symptome ist schon berichtet worden. So sollen auch bei Long-Covid-Patienten häufiger Fälle dieser Art auftreten. Im August 2021 haben Forscher 37 Studien mit insgesamt 14.438 Corona-Patienten untersucht. Sie fanden heraus, dass bei 4,2 Prozent der Infizierten (604 Fälle) im Frühstadium der Corona-Infektion eine Ohnmacht (Synkope) oder das Gefühl einer bevorstehenden Bewusstlosigkeit (Präsynkope) aufgetreten war. Betroffen seien laut dieser Studie besonders Menschen ab 60 Jahren.

Die Forscher glauben zwar, dass Ohnmacht kein typisches Symptom für Corona ist, es allerdings in manchen Fällen zusätzlich auftreten könne. Es sollte als Frühwarnzeichen ernst genommen werden. Was genau die Ursachen für eine Ohnmacht im Zuge einer Corona-Infektion sind, konnte noch nicht abschließend geklärt werden.