Berlin - Dass Männer ihr kleines Geschäft etwas einfacher und im Stehen verrichten können als Frauen, ist allgemein bekannt. Wildpinkeln scheint für Männer der Hauptstadt kein Problem, für Berlins Frauen schon. In Berlin ist der öffentliche Raum mit kostenlosen Toiletten unterversorgt und öffentliche WCs sind kostenpflichtig. Für Frauen, Kinder und Menschen mit geringem Einkommen kann die Notdurft so auch teuer werden. Diese Ungleichheit war für die Berlinerin Lena Olvedi aber kein Grund aufzugeben. Sie entwickelte das  „Missoir“, das  weibliche Pendant des Pissoirs. Eine öffentliche Toilette ohne Wasserverbrauch, ganz umweltfreundlich. Die Motivation für den Erfindergeist: Olvedi störte das Anstehen und Warten an Damentoiletten. Das müsste endlich aufhören, dachte sie sich.

In der Hasenheide in Berlin-Neukölln stellte Lena Olvedi das „Missoir“ anlässlich des Welttoilettentags am 19. November auf. Das geruchlose Hock-Urinal wird auf der Homepage Olvedis als besonders platzsparend beworben. Ein „Missoir“ könne sechs herkömmliche Damentoiletten ersetzen. Es bietet drei Pinkelplätze. Ein integrierter Mülleimer, ein Öko-Toilettenpapier, ein Handdesinfektionsspender, ein Kleiderhaken und ein Spiegel gehörten laut Homepage zur Standard-Ausstattung. Das Urinal ist zudem überdacht und nachts ausgeleuchtet.

Im „Missoir“ ist selbst noch eine große, wichtige Hinweistafel auf Englisch zu finden. Darauf steht die Bitte: Das große Geschäft ist hier verboten!