Neukölln - Wie gut helfen Gutscheine oder Geld als Impfanreiz in der Corona-Pandemie? Der Neuköllner Amtsarzt Nicolai Savaskan sprach sich gegen solche Maßnahmen aus: „Das würde wohl eher Skepsis auslösen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Die Leute sind es nicht gewohnt, von den Behörden Geld geschenkt zu bekommen. Sie würden sich fragen: Was will der Staat mir hier verkaufen?“ Deutschland habe eine gute Gesundheitsversorgung, hier „passt das nicht ins System“, erklärte Savaskan.

Einer anderen Meinung ist er hinsichtlich der spielerischen Herangehensweise der USA, wo es Corona-Lotterien gibt: „So etwas könnte ich mir auch bei uns vorstellen. Der x-millionste Impfwillige knackt dann den Jackpot oder Ähnliches.“ Neuköllns Gesundheitsamt setzt schon seit Frühjahr auf individuelle und kultursensible Corona-Beratung im Alltag, zum Beispiel auf Wochenmärkten, in Einkaufzentren oder in Parks.

Dazu gehört in Kiezen mit hohem Migrantenanteil auch das Interkulturelle Aufklärungsteam, dessen fünf Mitarbeiter zusammen 13 Fremdsprachen sprechen. Savaskan forderte bereits vor einigen Monaten, dass bei Beratungen mit sozial Schwächeren auch direkt Impfangebote gemacht werden, um Lücken zu schließen.