Neukölln: „Horrorhaus am Hermannplatz“ von Werbeplakaten befreit

Mieter lebten wegen eines riesigen Werbeplakats tagelang im Dunkeln. Der Vermieter musste das Plakat nun wieder abhängen.

Ein Werbeplakat verdeckt drei Seiten eines Mietshauses in Berlin-Neukölln.
Ein Werbeplakat verdeckt drei Seiten eines Mietshauses in Berlin-Neukölln.imago/Michael Handelmann

Die Reaktion kam rasch: Der Vermieter eines Wohnhauses in der Sonnenallee muss zwei große Werbeplakate wieder entfernen, die den Anwohnern tagelang die Wohnungen verdunkelt hatten. Das berichtet die Berliner Morgenpost am Dienstag. Die Neuköllner Ordnungsstadträtin Sarah Nagel (Linke) bezeichnete die Verhüllung des Hauses in Berlin-Neukölln mit den Werbeplakaten als „absoluten Skandal“. Auch Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) meldete sich auf Twitter zu Wort und teilte mit, die Plakatierung sei nicht genehmigt und somit illegal.

Laut Bezirksamt wurde am Montag eine Beseitigungsanordnung per Post und E-Mail an die Eigentümer geschickt. Darin hieß es: „An diesem Ort ist aus städtebaulicher Sicht eine derartige Plakatierung nicht möglich, weil Baudenkmäler in unmittelbarer Umgebung stehen“, heißt es zur Begründung in der Anordnung. Und weiter hieß es: „Kernargument gegen die Aktion ist jedoch die Verdunkelung der Wohnräume.“ Auch die Beleuchtung vom Dach sei inakzeptabel.

Plakat sollte binnen einer Woche abgehängt werden

Sollte das Plakat nicht binnen einer Frist von einer Woche nach Zustellung des Schreibens abgehängt werden, drohe der Werbefirma ein Zwangsgeld von 25.000 Euro, hieß es in dem Schreiben weiter.

Die Beseitigungsanordnung zeigte prompt Wirkung: Am Dienstagmorgen wurde damit begonnen, das Werbeplakat abzunehmen. Genau eine Woche verdunkelte es die Wohnungen der Anwohnerinnen und Anwohner. Der Fall sorgte berlinweit für Aufsehen.