Berlin - Die Freien Wähler sammeln weiter ihre Kandidaten für die kommende Wahl. Jetzt ist der Neuköllner Stadtrat für Umwelt und Natur, Bernward Eberenz, der Partei beigetreten. Zuvor war Eberenz in der CDU. Eberenz betonte, er sei den Christdemokraten seinerzeit „mit Blick auf eine inhaltliche wie personelle Neuaufstellung der CDU für die Zeit nach Merkel“ beigetreten. Da eine solche Neuaufstellung bis heute nicht stattgefunden habe, „weder auf Bundes-, noch auf Landes-, noch auf kommunaler Ebene“, habe er sich zum Austritt entschlossen. 

„Ich gehe diesen Schritt mit einem tiefen Bedauern, insbesondere denen gegenüber, die meine Arbeit schätzen und mich unterstützen“, so Eberenz weiter. Aus Gründen der Glaubwürdigkeit müsse er aber „Konsequenzen ziehen“. Bei den Freien Wählern hoffe er auf „unideologische Offenheit und Konzentration auf Sacharbeit“. Zudem kritisiert der Stadtrat die seiner Ansicht „nach immer befremdlichere, müde Einfallslosigkeit bei den bisherigen Oppositionsparteien“.

Bleibt Eberenz trotz seines Wechsels zu den Freien Wählern Stadtrat?

Einen Anspruch auf die Benennung eines neuen Stadtrates hat die CDU nicht. Das Amt ist an die Person, nicht an die Partei gebunden.

Der frühere FDP-Politiker und jetzige Spitzenkandidat der Freien Wähler Berlin, Marcel Luthe, freut sich über den Neuzugang. Eberenz habe bewiesen, dass „Naturschutz besser mit Vernunft statt blinder Ideologie betrieben wird“. Er stehe für „eine offene, internationale Gesellschaft, ohne dabei die Werteorientierung zu verlieren“. Daher freue Luthe sich, dass Bernward Eberenz „den Weg zu den Freien Wählern gefunden hat und unsere Verwaltungsexpertise weiter stärkt“.