BerlinBei einem Einsatz in Neukölln sind am Dienstagabend mehrere Polizisten teils schwer verletzt worden. Nach ersten Informationen von vor Ort fiel zuvor der Fahrer eines Wagens unter anderem mit einer unsicheren Fahrweise auf, weshalb die Beamten ihn anhalten wollten. Dieser soll daraufhin Vollgas gegeben und sich eine kilometerlange Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert haben.

Um den Mann aufzuhalten, stellte sich ein ziviles Fahrzeug in der Lichtenrader Straße/Ecke Selchower Straße quer auf die Fahrbahn. Laut Augenzeugen rammte der flüchtige Fahrer dann den Wagen jedoch mit knapp 50 Stundenkilometern. Ein folgendes Polizeiauto wiederum rammte das Heck des mutmaßlichen Täter-Autos. Ein Täter konnte trotz massiver Gegenwehr überwältigt werden, hieß es. Insgesamt sollen fünf Beamte verletzt worden sein.

Nach Angaben von Einsatzkräften vor Ort soll der Mann keine gültige Fahrerlaubis besitzen und unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gestanden haben. Zudem fanden die Polizisten bei der anschließenden Durchsuchung des Fluchtwagens ein Messer. Während der Festnahme des 20-Jährigen soll es zu unrechtmäßiger Anwendung von körperlicher Gewalt seitens der Polizei gekommen sein. Eine Einsatzkraft brachte dies zur Anzeige. Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt wurden aufgenommen und werden durch ein Fachkommissariat des Landeskriminalamtes geführt.

Ein zweiter Tatverdächtiger konnte zu Fuß die Flucht ergreifen – von ihm fehlt nach Angaben der Polizei auch weiterhin jede Spur.

Die Berliner Landesgruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP) verurteilte den Vorfall auf Twitter und schrieb: „Am Abend wurden in Neukölln fünf Kollegen verletzt, weil mal wieder jemand meinte, er müsste sich polizeilichen Maßnahmen entziehen.“