Neun Menschen getötet: Hunderte Inder jagen berüchtigten Tiger

Der „Menschenfresser von Tschamparan“ tötete Frauen und Kinder: Nach einer mehrstündigen Jagd wurde er nun erschossen.

Ein wilder Tiger, der mit einer Kamerafalle aufgenommen wurde, bewegt sich im Dschungel. 
Ein wilder Tiger, der mit einer Kamerafalle aufgenommen wurde, bewegt sich im Dschungel. dpa/Emmanuel Rondeau

Nach einer Jagd mit mehreren Hundert Beteiligten ist in Indien der „Menschenfresser von Tschamparan“ erschossen worden. Polizisten töteten den berüchtigten Tiger nach Polizeiangaben vom Sonntag im Osten des Landes, nachdem er mindestens neun Menschen getötet hatte. Zuletzt hatte das Raubtier am Samstag eine Frau und ihren acht Jahre alten Sohn angegriffen und getötet.

An der Hatz auf das Raubtier waren nach den Worten eines Polizeisprechers drei Polizeipatrouillen auf Elefanten, rund 200 Forstbeamten sowie zahlreiche Dorfbewohner beteiligt, die mit Blechkanistern Lärm machten, um den Tiger aufzuschrecken. Nach sechs Stunden sei das Tier schließlich zur Strecke gebracht worden.

Die Dorfbewohner rund um das Valmiki-Tigerschutzgebiet im Bundesstaat Bihar hatten ihre Häuser nachts nicht mehr verlassen, seitdem der Tiger im Mai sein erstes Opfer getötet hatte. In Indien sind rund 75 Prozent aller auf der Welt lebenden Tiger zu Hause. Zwischen 2014 und 2019 wurden in dem Land laut Statistik fast 225 Menschen von Tigern getötet. Grund ist der Ausbau menschlicher Siedlungen im Lebensraum der Raubkatzen.