Auckland - Mehr als 50.000 Menschen haben in Neuseeland auf einem Konzert gemeinsam gefeiert. Die Veranstaltung ist damit die größte Musikveranstaltung seit Beginn der Corona-Pandemie. Die Rockband Six60 spielte am Sonnabendabend in Neuseelands größtem Sportstadion Eden Park in Auckland vor ausverkauftem Haus. Maskenpflicht und Mindestabstände gab es nicht. Das Publikum durfte ausgelassen ohne Corona-Regeln zusammen feiern und tanzen. Die Bilder und Videos von der Großveranstaltung gingen am Sonntag um die Welt. 

AP/David Rowland
Die Rockband Six60 spielte vor rund 50.000 Menschen in Neuseelands größtem Sportstadion. 

Diese Party hatten sich die Neuseeländer wohl verdient: Durch die frühe Schließung der Grenzen und den Aufbau eines sorgfältigen Test- und Rückverfolgungssystems hat Neuseeland eine erfolgreiche Null-Covid-Politik verfolgt. Seit Beginn der Corona-Pandemie hatte der Inselstaat nur 2601 positiv getestete Menschen und 26 Todesfälle registriert. 

Corona-Pandemie: Neuseeland ist auf dem Weg zur Normalität 

Das gut besuchte Konzert dürfte bei vielen Menschen aus anderen Ländern Neid, Erstaunen, aber auch Hoffnung ausgelöst haben. Immerhin zeigt Neuseeland – das durch seine abgeschottete Lage sicherlich Vorteile im Kampf gegen Corona hat – dass ein Weg zurück zur Normalität möglich ist. „Unsere Stadt hat der Welt diese Woche gezeigt, dass wir mitten in einer globalen Seuche in Auckland nahezu normal leben können“, sagte Aucklands Bürgermeister Phil Goff in neuseeländischen Medien.

Sänger Matiu Walters sagte vor dem Konzert: „Wir wissen, wie es ist, im Lockdown zu sein. Es saugte uns aus. Und wir wussten nicht, ob wir wieder Konzerte spielen können.“ Konzertbesucher berichteten neuseeländischen Medien, dass es „total surreal“ gewesen sei, nach einer so langen Zeit wieder an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. Es sei für Menschen enorm wichtig, zusammenzukommen und Lieder gemeinsam zu singen. „Wir fühlten uns wieder als Teil von irgendwas“, so eine Konzertbesucherin.