BerlinMit dem Eintritt des ehemaligen SPD-Politikers Marco Bülow in Die Partei sind ab sofort neun Parteien im Bundestag vertreten. Bülow hatte die SPD im November 2018 verlassen und begründete dies vor allem mit dem erneuten Eintritt der Sozialdemokraten in eine große Koalition.

Neben den Fraktionen von CDU/CSU, SPD, AfD, FDP, Linken und Grünen sitzen fünf Männer und eine Frau als Fraktionslose im Parlament. Vier der derzeit 709 Abgeordneten gehören keiner Partei an. Der frühere AfD-Abgeordnete Uwe Kamann ist seit Anfang September Mitglied der Liberal-Konservativen Reformer (LKR).

Fast 40 Abgeordnete für Fraktion nötig

Die Zahl der für die Bildung einer Fraktion nötigen Mitglieder hängt von der Größe des Bundestags ab. Mindestens fünf Prozent seiner Mitglieder sind dafür nötig, das entspricht aktuell 36 Abgeordneten. Fraktionslose haben im Plenum nur eingeschränktes Rederecht und dürfen in den Ausschüssen nicht an Abstimmungen teilnehmen.

Kurz nach der Bundestagswahl 2017 hatten die frühere AfD-Vorsitzende Frauke Petry und der Abgeordnete Mario Mieruch Fraktion und Partei verlassen. Ende 2018 verkündete Kamann seinen Austritt, Ende 2019 folgte Lars Herrmann und Anfang 2020 Verena Hartmann. Begründet wurden die Austritte mit einer zunehmend rechten Ausrichtung der AfD.