Bei Schüssen in einer U-Bahnstation in der US-Millionenstadt New York sind nach Angaben der Feuerwehr 16 Menschen verletzt worden. Zehn von ihnen erlitten Schussverletzungen. Bei fünf von ihnen sei der Zustand „kritisch, aber stabil“, sagte Feuerwehr-Vertreterin Laura Kavanagh. Den Behörden zufolge schwebte niemand in Lebensgefahr.

Ein Feuerwehrsprecher sagte zudem gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, vor Ort seien mehrere „nicht detonierte“ mutmaßliche Sprengsätze gefunden worden. Polizei und Rettungskräfte eilten mit einem Großaufgebot zu der U-Bahnstation. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, die Gegend zu meiden.

Rauchschwaden aus der U-Bahnstation

Ein Angreifer hatte laut der Feuerwehr am Morgen in einer U-Bahn Rauch aus einem Behälter entweichen lassen und dann das Feuer eröffnet. Auf Videos war zu sehen, wie Menschen in der Station 36th Street im Viertel Sunset Park aus einem U-Bahn-Wagen strömten, umgeben von Nebel- oder Rauchschwaden, einige blieben am Boden liegen, Blut war zu sehen, andere kümmerten sich um die Verletzten. Der Vorfall ereignete sich während der morgendlichen Hauptverkehrszeit. Es kam zu zahlreichen Verspätungen und Ausfällen im U-Bahn-System.

Die Behörden gehen allerdings nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Es würden derzeit keine Ermittlungen wegen eines „Terrorakts“ laufen, sagte New Yorks Polizeichefin Keechant Sewell.

„Als der Zug in die Station einfuhr, hat die Person sich eine Gasmaske angezogen“, sagte Sewell bei einer Pressekonferenz nahe des Tatorts. „Er hat dann einen Kanister geöffnet, der in seinem Rucksack war, und der Waggon hat sich mit Rauch gefüllt. Danach hat er begonnen zu schießen.“ Der Mann, der eine grüne Arbeiterweste trug, konnte nach der Tat entkommen und ist nach wie vor flüchtig. Sein Motiv war zunächst unklar.

Der Schütze sei „gefährlich“, sagte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul. Die Behörden forderten alle Bürger auf, „sehr vorsichtig und wachsam“ zu sein, sagte sie. Wer Hinweise habe, solle die Polizei verständigen.

US-Präsident Biden über Schüsse unterrichtet

US-Präsident Joe Biden wurde über die Schüsse unterrichtet. Führende Mitarbeiter des Weißen Hauses stünden in Kontakt mit dem New Yorker Bürgermeister Eric Adams und der Polizeiführung, erklärte Bidens Sprecherin Jen Psaki am Dienstag über Twitter. Die Bundesregierung stehe bereit, den New Yorker Behörden im Bedarfsfall jegliche benötigte Hilfe zukommen zu lassen. Auch Bürgermeister Adams und Gouverneurin Kathy Hochul teilten mit, sie würden laufend über das aktuelle Geschehen informiert.

Chuck Schumer, der Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat, schrieb auf Twitter, er verfolge die Situation „in unserem geliebten Brooklyn“ sehr genau. „Ich bete für alle Opfer, deren Familien, alle Betroffenen“, schrieb er. Schumer dankte den Hilfskräften für ihren schnellen Einsatz. Der Senator forderte die Bürger auf, gut auf sich aufzupassen. „An alle in New York: Stay safe“, schrieb er.

In New York hatten in den vergangenen Monaten zahlreiche Schießereien und andere Kriminalitätsfälle für Schlagzeilen gesorgt. Bürgermeister Adams, ein früherer Polizist, der erst Anfang des Jahres seinen Job angetreten hatte, hatte versprochen, scharf dagegen vorzugehen.