Die renommierte US-Zeitung New York Times beschäftigt sich in einem aktuellen Artikel ausführlich mit Berlin. Laut dem Twitter-Account @NYT_first_said tauchten die Begriffe „Spätkauf“ und „Ringbahn“ erstmals in der Zeitung überhaupt auf. In dem Times-Beitrag geht es allerdings um den schnellen Lieferdienst Gorillas, ein Berliner Unternehmen, das nun auch in New York Lieferungen anbietet. Wenige Minuten nach Bestellung des Kunden kommen Produkte, die man sonst im Supermarkt bekommt, an der Haustür an.

Gorillas gibt es seit fast zwei Jahren. In Berlin sorgt der Dienst für heftige Debatte: Anwohner beschweren sich über die Lagerräume mitten in den Kiezen. Spätis fürchten im ihre Zukunft. Fahrer klagen über harte Arbeitsbedingungen, schwere Rucksäcke, schlechte Arbeitsverträge und gingen schon in den Streik. „Die Beschäftigungsprobleme in Berlin zeigen, was in New York passieren könnte, wo bereits Anstrengungen unternommen werden, um die Bedingungen für Zusteller zu verbessern“, heißt es in dem Times-Artikel.

Die Fahrer mussten auch ausrücken, als ein Hurrikan durch New York tobte. Die Stadtregierung der US-Metropole verbesserte darauf die Vorschriften für die Fahrer. Die Zeitung zitiert Moritz Altenried, Soziologe an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er sagt: „Wer sich Gedanken darüber macht, ein ethischer Konsument zu sein, will jetzt nicht bei ihnen bestellen.“