Washington - Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat ihr unter dem früheren US-Präsident Donald Trump gesetztes Ziel, bis 2024 wieder US-Astronauten auf den Mond zu bringen, um mindestens ein Jahr nach hinten verschoben. „Das Ziel der Trump-Regierung, einer Landung von Menschen 2024, hat nicht auf technischer Machbarkeit gegründet“, sagte der vom jetzigen US-Präsident Joe Biden ernannte Nasa-Chef Bill Nelson am Dienstag. Anstelle dessen solle die Landung zu einem noch nicht näher bestimmten Zeitpunkt 2025 stattfinden.

Mit der sogenannten Artemis-Mission sollten eigentlich bis 2024 erstmals seit fast 50 Jahren wieder US-Astronauten auf dem Mond landen, darunter auch die erste Frau. Das hatte die Trump-Regierung 2019 angekündigt. Weil die Mission ihr Geld- und Zeitbudget allerdings bereits deutlich überschritten hat, zweifelten Beobachter schon länger an der Einhaltung dieses Zeitplans.

Rechtsstreit um Mondrakete

Zuletzt hatten zudem noch rechtliche Streitereien für Aufschub gesorgt: Nachdem die private Raumfahrtfirma SpaceX von Elon Musk im April von der Nasa den Auftrag für die Entwicklung des ersten kommerziellen Mondlandegeräts bekam, legte das unterlegene Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Amazon-Gründe Jeff Bezos Widerspruch ein. Der wurde nach zahlreichen Instanzen aber vor kurzem endgültig abgelehnt und die Nasa teilte mit, nun weiter mit SpaceX arbeiten zu wollen.

Bei der Mission sollen vier Astronauten mit dem Raumfahrzeug „Orion“ in die Mondumlaufbahn gebracht werden, wo zwei von ihnen für den Endanflug zum Mond auf das Landegefährt von SpaceX umsteigen werden. Die USA brachten als bislang einziges Land mit den Apollo-Missionen zwischen 1969 und 1972 zwölf Astronauten auf den Erdtrabanten.