Touristen gehen auf dem Deich vor dem Pilsumer Leuchtturm in der Gemeinde Krummhörn spazieren.
Foto:  dpa/Hauke-Christian Dittrich

HannoverDas Land Niedersachsen erlässt nach dem massenhaften Corona-Ausbruch in den Kreisen Gütersloh und Warendorf ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region. Regierungssprecherin Anke Pörksen sagte am Mittwoch, eine entsprechende Regelung werde gerade erarbeitet. Noch nicht entschieden ist, ob sie generell für Regionen in Deutschland mit einer erhöhten Zahl von Corona-Neufinfektionen gelten soll.

Zuvor hatten bereits mehrere niedersächsische Nordsee-Kommunen angekündigt, zeitlich begrenzte Aufenthaltsverbote für Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf prüfen zu wollen.

Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen Bürger aus Corona-Risikogebieten nur noch unter strengen Auflagen einreisen lassen. In Schleswig-Holstein sollen sie sich künftig nach der Einreise zwei Wochen in Quarantäne begeben. Am Montag waren auf der Insel Usedom in Mecklenburg-Vorpommern bereits 14 Urlauber aufgefordert worden, das Bundesland wieder zu verlassen, darunter auch ein Ehepaar aus Gütersloh. Am Mittwoch wurde bekannt, dass eine Reisegruppe aus Gütersloh von einem Hotel im Ostseebad Kühlungsborn (Landkreis Rostock) zurückgewiesen wurde. In Mecklenburg-Vorpommern gilt per Verordnung die Regel, dass Urlauber aus einem Corona-Hotspot nicht einreisen und auch nicht beherbergt werden dürfen. Damit gilt auch, dass Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf derzeit nicht dorthin reisen dürfen. Laut Landesverordnung können Gäste aus Risiko-Regionen in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub machen, wenn die ein ärztliches Zeugnis vorlegen, das bestätigt, dass keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Corona-Infektion vorhanden sind.

Berlin will dem Beispiel der anderen Bundesländer im Umgang mit Gästen aus dem Corona-Hotspot im Raum Gütersloh vorerst nicht folgen. „Berlin plant aktuell keine Beherbergungsverbote für Besucher oder Urlauber aus dem Kreis Gütersloh“, sagte Senatssprecherin Melanie Reinsch am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Auch spezielle Quarantäneregelungen sind bisher nicht geplant.“