Niamey - Bei einem neuen Massaker in dem von Terror heimgesuchten westafrikanischen Staat Niger sind mindestens 40 Menschen getötet worden. Nach Regierungsangaben vom Montag griffen Bewaffnete am Sonntag mehrere Dörfer in der Region Tahoua nahe der Grenze zum Nachbarland Mali an. Regierungssprecher Abdoulraman Zakaria sagte, Soldaten hätten sich vor Ort Kämpfe mit den Angreifern geliefert. Wer hinter dem Überfall steckt, war zunächst unklar. Bei einer Serie von Überfällen auf Dörfer im Westen Nigers sind binnen einer Woche fast 130 Menschen getötet worden. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurden die jüngsten Angriffe am Sonntag von mutmaßlichen Dschihadisten in der Region Tahoua verübt.

Im Niger und anderen Ländern der Sahelregion sind etliche Terrorgruppen aktiv. Einige haben Al-Kaida oder der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Treue geschworen. Die Regierung hat in den wüstenhaften Weiten außerhalb der Städte wenig Kontrolle - was nicht nur dschihadistische Gruppen, sondern auch kriminelle Netzwerke wie Menschenschmuggler ausnutzen. Vor allem in der Grenzregion zu Mali kommt es immer wieder zu schweren Attacken.

Attacken sind Herausforderung für neuen Staatschef Nigers

Zudem kommt es seit der Präsidentenwahl im Niger immer wieder zu Demonstrationen. Ende Februar hatte die Wahlkommission den ehemaligen Außenminister Mohamed Bazoum mit knapp 56 Prozent der Stimmen zum Sieger erklärt. Herausforderer und Ex-Präsident Mahamane Ousmane sprach von Wahlbetrug und beansprucht den Sieg für sich. Am Sonntag bestätigte das Verfassungsgericht jedoch den Erfolg Bazoums. Die Attacken im Dreiländereck sind die größte Herausforderung für den neuen Staatschef Nigers, Mohammed Bazoum, dessen Wahl am Sonntag vom Verfassungsgericht bestätigt wurde. Bazoum verurteilte im Kurzbotschaftendienst Twitter die„ barbarischen“ Angriffe auf „friedliebende“ Zivilisten.

Im Dreiländereck wurden 1200 Soldaten aus dem Tschad stationiert. Die Länder, die in der G-5-Sahel-Gruppe zusammengeschlossen sind - Mauretanien, Mali, Burkina Faso, Niger und Tschad - arbeiten seit 2017 im Kampf gegen dschihadistische Gruppierungen zusammen. An diesem Kampf sind auch 5100 Soldaten der französischen Militäraktion Barkhane beteiligt, die in die Sahel-Region entsandt wurden.