Lagos - Beim Einsturz eines Hochhauses in Nigerias größter Stadt Lagos sind am Montag mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Mehrere weitere wurden verletzt, wie die Katastrophenschutzbehörde mitteilte. Dutzende Menschen wurden nach Angaben der Rettungskräfte noch unter den Trümmern vermutet – die genaue Zahl war zunächst jedoch unklar.

Der 28-jährige Maurer Wisdom John sagte einem AFP-Reporter, in dem 21-stöckigen Gebäude, das sich noch im Bau befand, hätten am Montag mehr als 50 Menschen gearbeitet. Er selbst habe sich rechtzeitig in Sicherheit bringen können und sei mit ein paar Schnittwunden davongekommen. Der 26-jährige Arbeiter Peter Ajagbe sagte AFP, er habe zehn Leichen gesehen, als er über die Trümmer geklettert sei. „Einer meiner Partner ist tot.“

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Helfer suchen in den Trümmern nach Verschütteten.

Der Polizeipräsident des Bundesstaates Lagos, Hakeem Olusegun Odumosu, erklärte, es sei noch zu früh, um Vermutungen über die Einsturzursache anzustellen. Dutzende aufgebrachte Anwohner versammelten sich am Unglücksort. Viele weinten und kritisierten das schleppende Tempo der Rettungsmaßnahmen. Mehrere Soldaten hielten eine Schar von Schaulustigen zurück.

AFP-Korrespondenten beobachteten, wie ein gelber Bagger mehrere Betonplatten zur Seite schob. „Ich fühle mich so schlecht, weil die Menschen, die da drin sind, Familien haben“, sagte der Arbeiter Latif Shittu. Er habe gerade Lebensmittel eingekauft, als das Hochhaus eingestürzt sei.

Ikoyi ist eines der wohlhabenderen Wohn- und Geschäftsviertel der Millionenmetropole Lagos. Gebäudeeinstürze sind in Nigeria keine Seltenheit, da beim Bau häufig minderwertige Materialien zum Einsatz kommen und Vorschriften missachtet werden. 2014 waren beim Einsturz des Gästehauses einer Kirche in Lagos mehr als hundert Menschen ums Leben gekommen.