Berlin - Für aufhörwillige Raucher gibt es Kaugummis, Pflaster, Lutschpastillen, Tabletten, Sprays und Inhalatoren um die unangenehmen Begleitbeschwerden des Rauchentzugs zu lindern. Thomas Brückner, Apotheker beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) erklärt, warum das Aufhören vielen schwer fällt und was es bei Ersatzpräparaten zu beachten gibt. 

Tabakabhängigkeit ist in vielen Fällen eine Kombination einer körperlichen Abhängigkeit nach Nikotin und einem psychischen Suchtverhalten. Die Entwöhnung fällt vielen entsprechend schwer: „Um den Übergang in ein rauchfreies Leben einfacher zu gestalten, können Raucher auf vielfältige Mittel der Selbstmedikation zurückgreifen“, erklärt Brückner.

Wie wirken Nikotinersatzprodukte? 

„Mit Nikotinersatzprodukten lässt sich der Nikotinspiegel im Blut über einen längeren Zeitraum hinweg senken, bis die Entwöhnten auch diese Ersatzprodukte nicht mehr einnehmen müssen“, erläutert Brückner. Anstelle von Zigaretten übertragen die Ersatzprodukte zudem reines Nikotin, so dass Giftstoffe wie zum Beispiel Teer und Kohlenstoffmonoxid nicht mehr in den Körper gelangen. Doch was gilt es bei der Anwendung solcher Präparate zu beachten? 

Experten-Tipps zu Nikotinersatz

Nikotinersatzmittel enthalten den Wirkstoff Nikotin in unterschiedlichen Dosierungen, um Entzugserscheinungen abhängig vom Raucherverhalten individuell zu lindern. Deshalb ist es wichtig, den Beipackzettel aufmerksam zu lesen und sich vor der Einnahme und bei Unsicherheiten an einen Apotheker zu wenden. Es ist möglich, verschiedene Ersatzprodukte zu kombinieren, dabei muss jedoch auf mögliche Nebenwirkungen geachtet werden, da bei gleichzeitiger Einnahme Wechselwirkungen auftreten können. 

Wenn ein Ausschleichen der Abhängigkeit mit nicht verschreibungspflichtigen Präparaten erfolglos bleibt, verschreiben Ärzte nach Beratung auch rezeptpflichtige Arzneimittel für einen Entzug. Seit kurzem haben gesetzlich Krankenversicherte mit einer schweren Tabakabhängigkeit Anspruch auf eine einmalige Versorgung mit Arzneimitteln zur Tabakentwöhnung, anfallende Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.