Ein russisches Raketentriebwerk ist im Orbit explodiert. Wie das US-Verteidigungsministerium auf Twitter mitteilte, hat der Raketenüberrest mehr als ein Dutzend Trümmerteile produziert. Das Triebwerk war unter der Nummer #32398 registriert und gehörte zu einer russischen Proton-Rakete. Die Trümmerteile werden nun überwacht.

Objekt Nr. 32398 sei ein Füllraummotor eines Weltraumschleppers, der 2007 dabei half, drei russische GLONASS-Satelliten in den Orbit zu bringen, schreibt der Journalist Anatoly Zak zu dem Ereignis. Der Motor kreise seit 2007 auf einer stark elliptischen Umlaufbahn um die Erde..

Die sogenannten SOZ-Motoren bräuchten nicht ihren gesamten Treibstoff, wenn sie zünden, erklärt der Astrophysiker Jonathan McDowell auf Twitter. Solche Triebwerke hätten die „unglückliche Tendenz, Jahre oder Jahrzehnte später zu knallen und einen Haufen Trümmer zu hinterlassen“.

Schon kleinste Trümmerteile können Satelliten zerstören

„Also – dieses Trümmerereignis war vorhersehbar und ist gut verstanden; immer noch sehr bedauerlich“, so McDowell weiter. Nach Schätzungen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) kreisen derzeit etwa 36.500 Trümmerstücke mit einer Größe von mindestens 10 Zentimetern um die Erde.

Solche Trümmer sausen mit enormer Geschwindigkeit durch den Orbit. Schon kleinste Teile könnten bei einem Zusammenprall Satelliten zerstören und so wieder neuen Weltraumschrott hinterlassen. Die Kritik wächst in diesem Zusammenhang insbesondere an der russischen Weltraumpolitik. So hat Moskau im November 2021 einen seiner eigenen, nicht mehr funktionierenden Satelliten mit einer Rakete zerstört. So entstand ein neues Trümmerfeld – in derselben Umlaufbahnumgebung wie die Internationale Raumstation (ISS).