Berlin - Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor einer künftigen Mutation des Coronavirus gewarnt. Die Delta-Variante sei demnach zwar ernst zu nehmen, aber die größere Gefahr gehe von einer möglichen Super-Mutation in der Zukunft aus. Das sagte er in der Donnerstagabend im ZDF-Talk mit Markus Lanz.

Demnach halte Lauterbach es für durchaus möglich, „dass das Virus lernt, quasi jede Art der Impfung zu überwinden, um die Geimpften zu befallen“. Forschungen an der israelischen Universität Haifa, bei denen getestet wurde, wozu der Erreger potenziell imstande ist, legen das nahe. Dort konnten Mutationen erzeugt werden, die gegen die bisherigen Impfungen „komplett immun waren“, sagte Lauterbach in der Sendung. Die Ausbreitung einer solchen Variante wäre der „GAU“, warnte er. Allerdings sei ungewiss, ob dieses Schreckensszenario tatsächlich eintreten wird.

Schutz vor Delta-Variante nach zweiter Impfung besser als angenommen

Die weltweite Impfkampagne führe demnach auch dazu, dass weitere Mutationen des Coronavirus so gefährlich werden könnten, erklärte Lauterbach. Das Virus lerne gerade, wie es auch Geimpfte anfallen kann.

Der SPD-Politiker wies außerdem darauf hin, dass schon bei der Delta-Variante ein erheblich geringerer Immunschutz bestehe. Das gilt insbesondere nach der ersten Impfung, denn die mutmaßlich hohe Wirksamkeit der Vakzine gegen Delta nach der zweiten Impfung sei Lauterbach zufolge eine gute Nachricht.