Gaslecks: Nord-Stream-Betreiber darf noch immer nicht inspizieren 

Nach dem mutmaßlichen Anschlag auf die Pipelines sind weiterhin viele Fragen offen. Doch Schweden und Dänemark halten die Sperrzonen rund um die Schadstellen gesperrt.

Norwegische Soldaten unterstützen die Polizei bei den Sicherheitsvorkehrungen in der Gasverarbeitungsanlage Karst.
Norwegische Soldaten unterstützen die Polizei bei den Sicherheitsvorkehrungen in der Gasverarbeitungsanlage Karst.AFP/Carina Johansen

Der Betreiber der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 1 will die schweren Schäden an den beiden Leitungen selbst in Augenschein nehmen. Bisher sei man jedoch wegen fehlender Genehmigungen nicht in der Lage, die beschädigten Abschnitte zu inspizieren, teilte die Nord Stream AG am Dienstagabend am Firmensitz im Schweizer Kanton Zug mit.

Die Behörden der beiden betroffenen Ostsee-Anrainer Schweden und Dänemark halten die Sperrzonen rund um die Schadstellen in ihren Küstengewässern während der laufenden staatlichen Untersuchung demnach gesperrt. Nord Stream zufolge rechnen die dänischen Behörden mit einer Bearbeitungszeit der Anfrage von mehr als 20 Werktagen. Man stehe jedoch weiter in engem Kontakt. Wann die Genehmigung beantragt wurde, teilte das Unternehmen nicht mit.

Norwegische Spezialisten sollen Leck untersuchen

Der Mitteilung zufolge hat Nord Stream eine Firma aus Norwegen beauftragt, die leckgeschlagenen Röhren am Grund der Ostsee zu untersuchen. Hierzu warte das benötigte Schiff auf eine Genehmigung des norwegischen Außenministeriums, um auszulaufen.

Insgesamt drei Lecks waren nach ersten Druckabfällen Anfang vergangener Woche sowohl in einer der Röhren der Nord-Stream-2-Pipeline wie auch an beiden Röhren von Nord Stream 1 entdeckt worden. Die Lecks befinden sich in der Nähe der dänischen Insel Bornholm. In der Region wurden Explosionen registriert. Die EU und die Nato gehen von Sabotage aus.