Nord-Stream: CIA warnte vor ukrainischen Angriffen auf westliche Infrastrukturen

Medienbericht: US-Geheimdienst soll russische Nachrichten abgefangen und dann an die Bundesregierung weitergeleitet haben. Wollten Ukrainer ein Boot mieten?

Das Nord-Stream-2-Gasleck in der Nähe von Bornholm kurz nach dem Vorfall
Das Nord-Stream-2-Gasleck in der Nähe von Bornholm kurz nach dem VorfallDanish Defence Command/dpa

Ein Detail in einem Bericht des Spiegels zu der zerstörten Gaspipeline Nord Stream sorgt für Diskussionen. Demnach hatten die Amerikaner die Bundesregierung bereits vor Wochen vor möglichen Anschlägen auf die Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee gewarnt. Ein entsprechender Hinweis des US-Geheimdienstes CIA sei im Sommer in Berlin eingegangen. Doch die Warnung betraf nicht etwa mögliche Anschläge durch Russland, sondern durch die Ukraine.

Wörtlich heißt es in dem Spiegel-Bericht: „Der US-Geheimdienst hatte russische Kommunikation abgehört, in den Gesprächen wurden Sorgen über mögliche ukrainische Anschläge auf westliche Infrastruktur geäußert“. So hätten „Ukrainer versucht, sich zu diesem Zweck in Schweden ein Boot zu mieten“. Zwar hielt der amerikanische Geheimdienst die Möglichkeit „eines ukrainischen Angriffs für wenig glaubhaft“. Dennoch habe „allein die Tatsache“, dass „von russischer Seite die Möglichkeit einer Attacke auf westliche Infrastruktur erwähnt wurde“, die USA dazu veranlasst, die Deutschen „vor diesem Szenario zu warnen“.

Unterdessen gehen schwedische Behörden nach ersten Untersuchungen an den Lecks der Nord-Stream-Pipelines in der Ostsee davon aus, dass diese durch Detonationen mit Sabotage-Absicht durchgeführt wurden. An den Lecks wurde laut Ermittlern Beweismaterial gesichert. Dieses wird nun genauer untersucht.

Die Untersuchungen hätten ergeben, dass „es nahe Nord Stream 1 und 2 in der schwedischen Wirtschaftszone Detonationen gegeben hat, die zu großen Schäden an den Gaspipelines geführt haben“, sagte Staatsanwalt Mats Ljungqvist am Donnerstag. Und weiter: „Die Untersuchungen am Tatort haben den Verdacht auf schwere Sabotage erhärtet.“