Pipeline-Lecks: BKA geht von staatlicher Sabotage aus

Das Bundeskriminalamt hält das Agieren staatlicher Akteure für höchst wahrscheinlich. Auch Angriffe auf Gas- und Stromleitungen seien möglich.

Das BKA geht von staatlicher Sabotage der Nord Stream Pipelines aus. 
Das BKA geht von staatlicher Sabotage der Nord Stream Pipelines aus. AFP/SWEDISH COAST GUARD

Die Lecks in den Nord Stream Pipelines 1 und 2 haben in den vergangenen Tagen für reichlich Spekulationen gesorgt. In einem Schreiben des Staatsschutzes an Vertreter der Wirtschaft teilte das Bundeskriminalamt (BKA) nun mit, dass es von einer „gezielten Sabotage der Pipelines“ ausgeht. Das Schreiben liegt dem Spiegel vor. 

Zwar gebe es noch keine genauen Erkenntnisse „zur Urheberschaft der Sabotage der Nord Stream Pipelines“, doch das Agieren staatlicher Akteure sei wahrscheinlich.

BKA warnt vor Angriffen auf kritische Infrastruktur

An den von Russland nach Deutschland führenden Pipelines Nord Stream 1 und 2 waren vor der dänischen Insel Bornholm mehrere Lecks entdeckt worden. Die Leitungen waren mit Gas befüllt, das in großen Mengen ungehindert in die Ostsee strömen könnte. 

Das BKA warnt in dem Schreiben auch vor weiteren Sabotageaktionen auf die kritische Infrastruktur. Attacken könnten sich gegen Gas- und Stromleitungen, aber auch auf Seekabel für die Internetversorgung richten. Auch Offshore-Anlagen oder Einrichtungen an Land wie LNG-Terminals oder Windkraftanlagen könnten „ein weiteres Angriffsziel darstellen“. 

Auch die EU ist von einem Sabotageakt überzeugt und drohte bereits Gegenmaßnahmen an. Der dänischen Polizei wurden am Wochenende unbefugte Drohnenflüge in der Nähe von Erdgasfeldern in der Nordsee gemeldet.