Nord Stream: Schwedische Staatsanwaltschaft bestätigt Sabotage mit Sprengstoff

Die schwedische Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass eine Sabotage der Grund für die Explosionen an Nord Stream-Pipelines war. In der Nähe einer Pipeline wurden explosive Rückstände gefunden. 

Die schwedische Zeitung Expressen hat Bilder von der zerstörten Nord-Stream-Pipeline veröffentlicht.
Die schwedische Zeitung Expressen hat Bilder von der zerstörten Nord-Stream-Pipeline veröffentlicht.Expressen

Die entsprechende Pressemitteilung hat die schwedische Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen veröffentlicht. Sie bezieht sich auf die Einschätzung des schwedischen Staatsanwaltes Mats Ljungqvist, der die laufenden Ermittlungen zu den Detonationen an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 leitet. Ljungqvist spricht von einer „groben Sabotage“.

Bei den Tatortuntersuchungen, die vor Ort in der Ostsee durchgeführt wurden, wurden demnach umfangreiche Sicherstellungen vorgenommen und das Gelände sorgfältig dokumentiert. Durchgeführte Analysen haben Sprengstoffspuren an mehreren der gefundenen Fremdkörper gezeigt. Die fortgeschrittene Analysearbeit ermögliche es, so Ljungqvist, sicherere Rückschlüsse auf den Vorfall zu ziehen.

Die Voruntersuchung sei sehr komplex und umfangreich, verweist die schwedische Behörde. Ob jemandem der Tatverdacht zugestellt werden könne, müsse das weiterführende Ermittlungsverfahren zeigen. „Die Zusammenarbeit mit Behörden in Schweden und anderen Ländern funktioniert hervorragend. Für die weitere Arbeit mit dem Ermittlungsverfahren und für die verschiedenen laufenden Kooperationen ist es wichtig, dass wir in Ruhe arbeiten können“, so der Staatsanwalt Mats Ljungqvist. Für weitere Anfragen stehe man den Medien noch nicht zur Verfügung. 

Satellitenbilder mit „dunklen Schiffen“ und metertiefe „Krater“

Zuvor hatte die US-Zeitschrift Wired unter Berufung auf Satellitendaten des Unternehmens SpaceKnow über die „rätselhaften Schiffe“ berichtet, die kurz vor dem nun bestätigten Sabotageakt im September gesehen wurden. Der Betreiber Nord Stream AG hat seinerseits nach eigenen Angaben metertiefe „Krater“ und ein zerstörtes Rohr an der Nord Stream-Pipeline entdeckt. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz hat dafür ein speziell ausgerüstetes Schiff eingesetzt. Eine Sondergenehmigung für die Untersuchung wurde von der dänischen Seeschifffahrtsbehörde erteilt.