Nach den Regionalwahlen in Nordirland liegt die irisch-nationalistische Partei Sinn Fein ersten Ergebnissen zufolge in Führung. Bis Freitagabend erhielt die Partei 16 von 29 bereits ausgezählten Sitzen, die pro-britische DUP kam auf vier. Es wäre das erste Mal in der 100-jährigen Geschichte der britischen Provinz, dass die für eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland eintretende Sinn Fein stärkste Kraft im Parlament in Belfast wird.

Die Auszählung der Regionalwahl vom Donnerstag dürfte noch bis Samstag dauern. Ersten Angaben zufolge lag die Wahlbeteiligung in Nordirland bei 54 Prozent und damit deutlich niedriger als 2017 mit 65 Prozent.

Sinn Fein: 28 Sitze im Regionalparlament sind das Ziel

Sinn-Fein-Spitzenkandidatin Michelle O'Neill sprach auf Twitter von einer „Wahl des wahren Wandels“. Die stellvertretende Parteivorsitzende hatte sich 28 Sitze im Regionalparlament als Ziel gesetzt, um die symbolische Rolle des ersten Ministers für sich zu beanspruchen. Die Regionalregierung in Belfast muss gemäß dem Friedensabkommen von 1998 von Nationalisten und Unionisten gemeinsam geführt werden.

Sinn Fein, früher der politische Arm der paramilitärischen Irisch-Republikanischen Armee (IRA), hatte im Vorfeld der Wahlen eine Abstimmung über eine Wiedervereinigung des britischen Nordirlands mit der Republik Irland versprochen. Die Partei hatte aber auch erklärt, sie sei „nicht fixiert“ auf ein bestimmtes Datum - und im Wahlkampf stark auf die steigenden Lebenshaltungskosten und andere Probleme der Menschen vor Ort gesetzt.