Die an der Nordsee bekannte Seehundfigur Fernando mit einer Mund-Nasen-Bedeckung in Norderney. 
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WykEine Strandbar auf der Insel Föhr in der Nordsee sorgt für Aufsehen. Die Betreiber haben vor ihrem Lokal „Schapers“ ein Schild aufgestellt, auf dem steht: „Keine Maskenpflicht! Wer möchte, darf uns gern ein Lächeln schenken.“ Politiker und Einwohner sind nach einem Bericht des Insel-Boten verstimmt. Allerdings ist das umstrittene Schild nach derzeitiger Rechtslage legal und kann nicht entfernt werden. Für Gäste in Restaurants oder Bars in Schleswig-Holstein gibt es aktuell keine Maskenpflicht, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes geschieht auf freiwilliger Basis.

Hans-Ulrich Hess, der Bürgermeister von Wyk, empfindet das Schild laut Insel-Boten als Provokation. Auch wenn die Strandbar nicht gegen die Landesverordnung verstoße, sehe er Handlungsbedarf. „Ich will das nicht aufblähen, aber selbstverständlich geht man jetzt von Amts wegen dieser Sache nach“, wird  Hess zitiert.

Das zuständige Ordnungsamt hingegen teilte nach Angaben des Insel-Boten mit, dass „keine Möglichkeit“ bestehe, eine Auflage zu erteilen, das Schild zu entfernen. Gegen Abstands- oder Hygieneregeln habe die Bar bislang nicht verstoßen. Auch eine Liste mit den Namen der Gäste sei immer geführt worden.

Inhaber Michael Schaper sagte dem Insel-Boten dazu: „Wir stellen es den Leuten frei und zwingen niemanden, eine Maske zu tragen, das wäre das falsche Signal.“ Das Schild soll nach seinen Worten nur ein Hinweis, aber kein Anreiz dafür sein, auf eine Schutzmaske zu verzichten. Jeder könne das „selbst entscheiden“. So sehe es „der Gesetzgeber auch vor“. Wer sich nicht sicher fühle, dem stehe es frei, nur Läden zu betreten, in denen Masken getragen würden. „Wir zwingen ja niemanden, zu uns zu kommen“, so Schaper. 

Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum werden wieder eingeführt

Unterdessen droht der ebenfalls in Schleswig-Holstein gelegene Kreis Dithmarschen zum neuen Corona-Hotspot zu werden. Die Zahl der nach offiziellen Angaben bestätigten Neuinfektionen im Kreis in den letzten sieben Tagen ist zuletzt auf 44 Fälle angestiegen. Weitere Testergebnisse stehen noch aus. Daher sollen in der Dithmarscher Kreisstadt Heide nach Medienberichten bereits ab Sonnabend wieder strengere Schutzmaßnahmen gelten.

So werde es wieder Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum geben, sagte Landrat Stefan Mohrdieck am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Kiel. Damit dürfen sich wieder maximal zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen. Zudem sollen öffentliche Veranstaltungen ausgesetzt werden, bis die Infektionszahlen wieder sinken.