Oslo - In Norwegen wird ab Dienstag über die vorzeitige Haftentlassung des verurteilten Massenmörders Anders Behring Breivik verhandelt. Zehneinhalb Jahre nach den rechtsextremen Terroranschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya mit insgesamt 77 Toten prüft das Bezirksgericht Telemark auf Antrag Breiviks, ob er nach Ablauf der Mindestdauer auf Bewährung freigelassen werden kann. Die Staatsanwaltschaft hält eine längere Verwahrung für notwendig, um die Gesellschaft vor Breivik zu schützen.

Das Gericht in Skien südwestlich von Oslo hat in dieser Woche drei Verhandlungstage sowie einen Reservetag eingeplant. Eine Entscheidung soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden, möglicherweise bereits in der kommenden Woche.

Breivik nennt sich jetzt Fjotolf Hansen

Breivik, der sich mittlerweile Fjotolf Hansen nennt, hatte am 22. Juli 2011 zunächst eine Autobombe im Osloer Regierungsviertel gezündet und dabei acht Menschen getötet. Danach richtete er auf Utøya ein Massaker unter den Teilnehmern des jährlichen Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei an. 69 hauptsächlich jüngere Menschen wurden auf der Insel getötet. Breivik nannte rechtsextreme und islamfeindliche Motive für seine Taten. 2012 war er zur damaligen Höchststrafe von 21 Jahren Sicherheitsverwahrung mit einer Mindestdauer von zehn Jahren verurteilt worden.