Notfallskripte enthüllt: BBC bereitet sich auf Blackout vor

Die Notfallskripte könnten bei größeren Stromausfällen im Winter zum Einsatz kommen. Experten halten Blackouts in Deutschland weiter für unwahrscheinlich.

Aufgrund der aktuellen Energiekrise bereiten sich immer mehr Städte und Institutionen auf potentielle Stromausfälle vor.
Aufgrund der aktuellen Energiekrise bereiten sich immer mehr Städte und Institutionen auf potentielle Stromausfälle vor.dpa/Nicolas Armer

Angesichts der angespannten Situation auf dem Energiesektor bereitet sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Großbritannien für den Ernstfall vor. Sollte es aufgrund von Energieengpässen im Winter zu großflächigen Stromausfällen kommen, sei die Bevölkerung dazu angehalten, Ruhe zu bewahren und auf die Notfallsendungen der Regierung zu achten. Dies gehe aus bereits vorbereiteten Notfallskripten des BBC hervor, die dem Guardian exklusiv vorliegen.

„Die Regierung hofft, dass die Stromversorgung in den nächsten 36 bis 48 Stunden wiederhergestellt werden kann“, zitierte die Zeitung aus den BBC-Skripten. Krankenhäuser und Polizei könnten im Fall eines Blackouts unter „extremen Druck“ geraten, heiße es weiter. Die routinemäßige Erstellung solcher Notfallskripte ist jedoch gängige Praxis und muss nicht zwingend auf eine erhöhte Alarmbereitschaft der Regierung hindeuten.

Stromversorger warnte vor Winter-Blackouts

Großbritanniens größter Stromversorger National Grid hatte zuletzt vor möglichen Stromausfällen im Winter gewarnt. So könnte laut Unternehmenschef John Pettigrew während der „dunkelsten, kältesten Abende“ im Januar und Februar in einigen Gebieten für mehrere Stunden der Strom ausfallen.

Obwohl der Inselstaat selbst nur etwa drei bis vier Prozent seiner Gasimporte aus Russland bezieht, wirken sich der Ukraine-Krieg und die damit verbundene Gasknappheit in Europa auch auf die Energieversorgung im Vereinigten Königreich aus. Die Regierung sei jedoch zuversichtlich, dass ein Blackout „kein Szenario ist, mit dem wir in diesem Winter konfrontiert werden“, wie eine Sprecherin des Westminsterpalasts betonte.

Bundesnetzagentur: Stromausfälle in Deutschland unwahrscheinlich

Auch in Deutschland ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Warnung der Bevölkerung im Katastrophenfall verantwortlich. Dann sollen wichtige Informationen zeitgleich und zuverlässig an die Bürger weitergegeben werden. Auch während großflächiger Stromausfälle könne dank Sicherheitsvorkehrungen zunächst weitergesendet werden, heißt es seitens ARD und ZDF. Zudem seien – trotz der aktuellen Energiekrise – längere großflächige Stromausfälle in Deutschland weiterhin „äußerst unwahrscheinlich“, wie Fiete Wulff, Pressesprecher der Bundesnetzagentur, vor knapp zwei Wochen mitteilte.

Da im Fall eines vollständigen Blackouts allerdings sowohl Internet- als auch Mobilfunkempfang zusammenbrechen würden, rät die Bundesregierung zur vorsorglichen Anschaffung batteriebetriebener Empfänger. „Mit Hilfe eines batteriebetriebenen Radios oder auch des Rundfunkgerätes im Auto bleiben Sie über Informationen des behördlichen Krisenstabes und der Stromversorger auf dem Laufenden“, erklärt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.