Bonn - Erst lag es in der Erde, dann in einer Baggerschaufel und jahrzehntelang auf dem Schrank von Opa Biesemann – nach einer wahren Odyssee hat ein kostbares 3000 Jahre altes Schwert nun zunächst seinen Platz im LVR-Landesmuseum in Bonn gefunden. Dort ist die wertvolle Waffe aus der Bronzezeit zurzeit als „Fund des Monats November“ in einer Vitrine ausgestellt.

Baggerfahrer Albert Biesemann hatte das Schwert in den 1950er-Jahren an einem niederrheinischen See ausgebuddelt. Lange interessierte sich niemand dafür, im vergangenen November erinnerte sich Biesemanns Enkel an die Fundsache und nahm das Schwert als Dekorationsobjekt für eine kleine St.-Martins-Feier der Gemeinde mit seinen Kindern mit. Kurz darauf ließ er das 58 Zentimeter lange Schwert im Museum in Xanten untersuchen, berichtet Christian Biesemann.

Museum schloss hohe Versicherung für Schwert ab

Die Experten beim LVR-Amt für Bodendenkmalpflege hätten große Augen gemacht, als ein Foto des Schwertes unter dem Motto „Römerschwert aus Familienbesitz“ einging, so die dortige Wissenschaftlerin Julia Rücker. Materialproben hätten klar belegt, dass es sich um ein spätbronzezeitliches Schwert aus dem 9. Jahrhundert vor Christus handelt – und dass es tatsächlich für Kämpfe genutzt wurde, wie Hiebspuren an der Klinge bewiesen.

Vermutlich sei es dann von den Besitzern mutwillig zerstört worden. „Diese Unbrauchbarmachung ist häufig in spätbronzezeitlichen Hortfunden zu beobachten, die entweder als Fluss- oder Erddepots rituell niedergelegt worden sind“, heißt es bei der Beschreibung des Ausstellungsstückes auf der Website des Museums, das für die wertvolle Waffe eine ziemlich hohe Versicherung abschloss. Biesemann hat es dem Museum nach eigenen Angaben als Dauerleihgabe für zunächst zehn Jahre überlassen.