Nur der Hamster war Zeuge: ZDF-Krimi „Kolleginnen“

Eine Thriller-Autorin verschwindet und hinterlässt viele Fragen. Und ihr Hamster ist auch weg. Eine neue Folge der Krimireihe mit Caroline Peters als zugewan...

HANDOUT - Irene Gaup (Caroline Peters, l) und Julia Jungklausen (Natalia Belitski, r) klären gemeinsam den Fall um eine verschwundene Romanautorin.
HANDOUT - Irene Gaup (Caroline Peters, l) und Julia Jungklausen (Natalia Belitski, r) klären gemeinsam den Fall um eine verschwundene Romanautorin.Maor Waisburd/ZDF/dpa

Berlin-Ende Januar diesen Jahres lief die grandiose Auftaktfolge der neuen ZDF-Krimireihe „Kolleginnen“ mit großem Erfolg an. Fast sieben Millionen Zuschauer begleiteten Irene Gaup (Caroline Peters, „Mord mit Aussicht“) und Julia Jungklausen (Natalia Belitski) in ihrem ersten Fall mit dem Titel „Das böse Kind“.

Jetzt sind die beiden sehr ungleichen Berliner Ermittlerinnen ein wenig im TV-Krimialltag angekommen. Die neue Folge „Für immer“, die am Samstag (29.10.) um 20.15 Uhr im ZDF läuft, bietet gute Unterhaltung, etwas Mystery und auch Humor, kommt aber an den ersten Aufschlag bei weitem nicht heran.

Rache ist das Grundmotiv, welches sich durch diesen düsteren Fall zieht. Die Krimiautorin Regina Schilling (Stephanie Eidt) verschwindet aus ihrer Altbauwohnung, die sie seit fünf Jahren nicht mehr verlassen hat. Ihre Spezialität sind Thriller, in denen sich Frauen für erlittenes Unrecht oder Gewalt grausam rächen.

In Schillings Wohnung finden sich Spuren eines Kampfes, obwohl die Nachbarn angeblich nichts bemerkt haben. Gegenüber wohnt der 86-jährige demente Fotograf Erik Hamann (Bernd Birkhahn), der immer wieder von seinem Fenster aus das Nachbarhaus fotografiert hat. Aber als Zeuge taugt der Mann nicht mehr.

Hamanns aus Russland stammende Betreuerin Beate Zielinski (Jana Lissovskaia) weiß auch nichts über die verschwundene Autorin. Deren Hamster ist auch weg: „Wurde vielleicht mitgenommen, damit es keine Zeugen gibt“, meint eine der Ermittlerinnen lakonisch.

Viele Handlungsstränge

Die Fahndung kommt schnell ins Stocken: Was verheimlicht die verdruckste Lektorin Katharina von Lieven (Paula Thielecke)? Welche Rolle spielt ihr Freund, der als Sushi-Bote arbeitet? Und dann gibt es noch Schillings alte Feindin Anja Prinz (Nina Petri), deren verstorbener Mann eine Affäre mit der Autorin hatte.

Das Drehbuch von Annette Simon und Stefan Schaller legt viele Handlungsstränge aus, aber so ganz kommen die Linien diesmal nicht zusammen. Also kann man sich als Zuschauer auf das Emittlerinnen-Duo konzentrieren. Die frisch getrennte Irene Gaup (Peters) darf sich diesmal ein wenig in einen russischen Barbesitzer verlieben, während Julia Jungklausen (Belitski) die ersten Krisen mit ihrem deutlich älteren Freund und Vorgesetzten Hans Gaup (Götz Schubert) erlebt - dem Ex von Irene.

Dabei hat die meistens sehr coole Julia so eine Ahnung: „Dreiecke gehen einfach nicht gut.“ Für die nötige Erdung in diesen etwas unübersichtlichen Verhältnissen zwischen Dienststube und Schlafzimmer sorgt wiederum die solide Polizistin Wiebke (Petra Hartung), die ihre beiden verliebten Kolleginnen immer wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurückholt.