Grünheide - Tesla-Chef Elon Musk hat sich beim Besuch der Fabrik-Baustelle in Grünheide entgegen seiner Ankündigung doch mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach getroffen. Angeblich habe sich eine unerwartete Gelegenheit für ein informelles Gespräch auf dem Werksgelände ergeben, schrieb Steinbach am Dienstag auf Twitter und sprach von einer „ausgezeichneten Stimmung“.

Zuvor hatte es geheißen, Musks Besuch sei hauptsächlich „technischer Natur“, und es seien keine politischen Treffen mit Steinbach oder Ministerpräsident Dietmar Woidke geplant. Dann kam es doch irgendwie anders.

Wie der Instagram-Seite von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zu entnehmen ist, traf sich Musk auch mit ihm am Montagabend. Scheuer postete ein Foto von sich selbst im Gespräch mit dem Tesla-CEO. Im Hintergrund ist die Baustelle der Gigafactory-Baustelle bei Berlin zu sehen.

Vor einigen Wochen hatte Tesla das Genehmigungsverfahren rund um die Fabrik kritisiert und sich insbesondere unzufrieden darüber gezeigt, dass es noch keinen Zeitplan für die Entscheidung über eine endgültige Genehmigung gebe. Bisher baut Tesla auf Basis vorläufiger Genehmigungen. „Ich finde, es dürfte etwas weniger Bürokratie sein. Das wäre besser“, sagte Musk am Montag den Sendern RTL und ntv. Außerdem habe der Unternehmer den Druck auf die Zulieferer erhöht, hieß es. 

Tesla wollte ursprünglich im Juli mit der Herstellung des Kompakt-SUV Model Y in Brandenburg beginnen. Es droht jedoch ein späterer Start: Der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens muss laut Landesumweltamt erneut öffentlich ausgelegt werden, weil Tesla eine Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen will. „Momentan sieht es also so aus, dass wir die Produktion Ende des Jahres starten können“, sagte Musk am Montag.

Als erstes Werk von Tesla in Europa spielt Grünheide für den Konzern eine Schlüsselrolle auf dem Kontinent, während die etablierten Konkurrenten ihr Elektroauto-Angebot ausbauen.