9-Euro-Nachfolge: Grüne für bundesweites 49-Euro-Ticket

Kurz vor Auslaufen des 9-Euro-Tickets schlagen die Grünen zwei Nachfolgemodelle vor. Zur Finanzierung könnte es dem Dienstwagen an den Kragen gehen.

Das aktuelle 9-Euro-Ticket ist noch bis Ende August gültig.
Das aktuelle 9-Euro-Ticket ist noch bis Ende August gültig.dpa/Christoph Soeder

In der Debatte um eine Nachfolge für das 9-Euro-Ticket schlagen Grünen-Politiker ein Regionalticket für 29 Euro und ein bundesweit gültiges Ticket für 49 Euro im Monat vor. Das gehe aus einem Konzeptpapier von Parteichefin Ricarda Lang, Fraktionschefin Katharina Dröge und dem nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Oliver Krischer hervor, berichtete die ARD.

„Es ist an der Zeit, jetzt ernsthaft über eine Anschlusslösung für das 9-Euro-Ticket zu verhandeln“, sagte Dröge der Deutschen Presse-Agentur. Die beiden vorgeschlagenen Tarife könnten dem Klima helfen und zugleich die Menschen entlasten.

Grüne: Günstige Tickets durch Abbau des Dienstwagenprivilegs

Das Regionalticket für 29 Euro solle sich vor allem an Pendler wenden, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren und dabei „mindestens landesweit, aber auch für Regionen wie Berlin-Brandenburg“ gelten. Zusätzlich könnte es laut dem Papier auch ein „49-Euro-Ticket für ganz Deutschland“ geben, das ähnlich einfach funktionieren würde wie das aktuelle 9-Euro-Ticket.

Zur Finanzierung wollen die Grünen das Dienstwagenprivileg beschneiden, mit dem Unternehmen Kosten für Firmenwagen steuerlich absetzen können. Vor allem der CO2-Ausstoß solle dabei stärker berücksichtigt werden. „Die daraus resultierenden Mehreinnahmen für Bund und Länder könnten nahtlos in die Finanzierung der günstigen Tickets fließen“, heißt es in dem Papier. Man sei aber auch zu Gesprächen über andere Finanzierungswege bereit.

Die Verkehrsunternehmen rechnen mit deutlichem Subventionsbedarf: Selbst ein Ticket für 69 Euro würde nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen jährliche Mehrkosten von zwei Milliarden Euro bedeuten.