Nord Stream 2: Mehrere Tausend protestieren in Lubmin für Öffnung der Pipeline

Etwa 3000 Menschen demonstrierten am Sonntag gegen die Energiepolitik der Ampel. Nord Stream 2 müsse geöffnet und die Russland-Sanktionen beendet werden.

Bereits Anfang des Monats gab es Proteste für die Öffnung der Ostsee-Pipeline in Lubmin. 
Bereits Anfang des Monats gab es Proteste für die Öffnung der Ostsee-Pipeline in Lubmin. dpa/ Stefan Sauer

Im vorpommerschen Lubmin haben am Sonntag rund 3000 Menschen für die Öffnung der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream 2 und gegen die Energiepolitik der Bundesregierung demonstriert. Um die aktuell stark gestiegenen Gaspreise in den Griff zu bekommen, so forderten die Veranstalter, brauche es auch ein Ende der gegen Russland wegen des Angriffskriegs in der Ukraine verhängten Sanktionen. Die Veranstalter hatten im Vorfeld mit rund 5000 Teilnehmern gerechnet.

Stattgefunden hat die Demonstration, bei der sowohl deutsche als auch russische Flaggen in die Höhe gereckt wurden, unter dem Motto „Damit unsere Heimat eine Zukunft hat - Nord Stream 2 endlich öffnen“. In Lubmin befindet sich die deutschseitige Anlandestation der erst kürzlich fertiggestellten Ostsee-Pipeline. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte die Bundesregierung die Inbetriebnahme ausgeschlossen.

Gegenprotest: „Russland ist ein Terrorstaat “

Obwohl die Kundgebung laut Polizeiangaben weitestgehend friedlich verlief, kam es zu einem kurzen Zusammenstoß mit pro-ukrainischen Gegendemonstranten. Auf einem Video des Vorfalls ist zunächst das überwiegend sitzende Publikum der Kundgebung zu sehen. Schließlich stellen sich drei Personen vor die Bühne, eine von ihnen in eine ukrainische Flagge gehüllt. Eine andere hält ein Schild mit der Aufschrift „Russland ist ein Terrorstaat“ in den Händen. Nach wenigen Sekunden werden sie jedoch bereits von Ordnern zurückgedrängt.

Eine ähnliche Kundgebung hatte bereits vor einigen Wochen in Lubmin stattgefunden. In beiden Fällen zählte Martin Klein von der Partei Die Basis zu den Organisatoren. Dieser zählt zu den bekannteren Gesichtern der Querdenker-Bewegung und sorgte mit einem umstrittenen Auftritt bei einer Corona-Demo Anfang des Jahres für Aufsehen. So hatte Klein bei dem Protest auf dem Greifswalder Marktplatz unter anderem ein „Nürnberg 2.0“ für die in seinen Augen „schuldige“ Bundesregierung gefordert.