Der brennende Tanker nahe Sri Lanka.
Foto: AFP/-/Sri Lanka Air Force

ColomboNach dem Brand auf einem Öltanker in der Nähe von Sri Lanka ist am Donnerstagabend (Ortszeit) Öl ins Meer ausgelaufen. Das meldete die Behörde Sri Lankas, die für den Schutz der Meeresumwelt zuständig ist. Laut der Luftwaffe hat sich das Feuer auf dem Tanker zudem auf das Deck ausgebreitet. Die Löscharbeiten mit zwei Helikoptern wurden am Abend auch wegen schlechter Sichtverhältnisse und starker Winde abgebrochen. Nach Angaben eines Armeekommandanten drohen 270.000 Tonnen Öl ins Meer zu gelangen.

Greenpeace-Meeresexperte Christian Bussau sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Sollte auch nur ein Teil der 270.000 Tonnen Öl ins Meer laufen, wäre das eine der größten ökologischen Katastrophen der vergangenen Jahrzehnte.“ Vor Sri Lanka gebe es Wal- und Riffhaie, Meeresschildkröten und Pott- und Blauwale. „Wichtig ist jetzt, den Brand zu löschen, das Schiff zu sichern und das Öl dann so schnell wie möglich abzupumpen. Nur so kann das Schlimmste verhindert werden.“

22 von 23 Crewmitgliedern konnten laut eines Marinesprechers gerettet werden. Mindestens zwei seien verletzt worden. Ein Crewmitglied sei vermutlich in den Flammen im Maschinenraum gestorben.

Im Maschinenraum des Öltanker hatte es am Donnerstagmorgen (Ortszeit) eine Explosion und einen anschließenden Brand gegeben. Die in Panama registrierte „MV Diamond“ sollte das Öl von Kuwait nach Indien bringen. Ein Sprecher der Marine von Sri Lanka sagte am Donnerstagabend (Ortszeit), dass sie Indiens Küstenwache um Hilfe gebeten hätten. Diese seien unterwegs.