In Österreich muss die frühere Familienministerin und Meinungsforscherin Sophie Karmasin laut Medienberichten in Untersuchungshaft. Das Landgericht Wien gab einem entsprechenden Antrag der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) am Freitag wegen Tatbegehungsgefahr statt, ohne den Namen offiziell zu bestätigen. Die 55-Jährige steht im Verdacht, eine wichtige Rolle bei der Erstellung von geschönten Umfragen für die konservative ÖVP unter Ex-Kanzler Sebastian Kurz gespielt zu haben. Sie soll obendrein rechtswidrige Absprachen bei Vergaben von Studien inszeniert haben.

Im Raum steht laut Staatsanwaltschaft unter anderem der Verdacht der wettbewerbsbeschränkenden Absprachen. Ihr Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar. Karmasin war vor der Ära Kurz von 2013 bis 2017 Familienministerin und kehrte danach in die Meinungsforschung zurück.