Innsbruck - Im Zuge einer Demonstration in Österreich gegen die Abschiebung von Flüchtlingen allgemein sind mehr als 100 Personen angezeigt worden. Die Polizei in Innsbruck nahm 19 Menschen fest, setzte eigenen Angaben zufolge Pfefferspray ein und löste die Kundgebung auf. Ein Teil der rund 600 Teilnehmer habe gegen die Corona-Bestimmungen zum Mindestabstand verstoßen, hieß es. Die Polizei machte dafür etwa 60 mutmaßlich Linksradikale verantwortlich.

Die Organisatoren, die Sozialistische Jugend Tirol, wies die Vorwürfe zurück. Die Teilnehmer hätten sich an die Vorgaben gehalten, der Polizeieinsatz sei unverhältnismäßig gewesen. Über die Kritik daran berichtete auch die Tageszeitung Der Standard. In diesem Zusammenhang kündigte eine Nationalratsabgeordnete eine parlamentarische Anfrage an.

In Österreich ist seit mehreren Tagen die Abschiebung von drei minderjährigen Schülerinnen großes Thema in der Öffentlichkeit. Zuletzt kritisierten unter anderem mehrere bekannte Kunst- und Kulturschaffende wie Elfriede Jelinek und Robert Menasse den Vorgang, wie ebenfalls Der Standard meldete.