Wien - Ein vom Arbeitsmarktservice (AMS) in Österreich genutzter Algorithmus wird einem Medienbericht zufolge Thema vor dem obersten Verwaltungsgericht des Landes. Wie Netzpolitik.org meldet, bestätigte die dortige Datenschutzbehörde, dass sie „Amtsrevision an den Verwaltungsgerichtshof erhoben“ habe. Sie hatte den Einsatz des umstrittenen Algorithmus im Sommer 2020 untersagt, das österreichische Bundesverwaltungsgericht hob diese Entscheidung später aber wieder auf.

Zum Hintergrund der Debatte heißt es in dem Bericht, das benutzte System sorge für Kritik, da es aus Forschersicht und laut der Arbeiterkammer generell benachteiligte Gruppen weiter diskriminiere. Netzpolitik.org schreibt: „So erhalten etwa Frauen einen Punkteabzug. Sind sie Mütter, werden noch weitere Punkte abgezogen.“ Demnach teilt der Algorithmus Arbeitsuchende ein in drei Kategorien, die Auskunft darüber geben soll, wie hoch die Chance der jeweiligen Person sei, wieder Teil des Arbeitsmarkts zu werden.

Dafür werden Daten wie Alter, bisherige Arbeitslaufbahn, Staatsangehörigkeit, Geschlecht und Wohnort eingespeist. Das Ergebnis der Auswertung soll AMS-Mitarbeitern den Angaben zufolge dabei helfen, zu entscheiden, wer Zugang zu Schulungen und Ähnlichem erhält. Das AMS gibt an, der Algorithmus gebe nur Empfehlungen, die Entscheidungen würden Menschen überlassen bleiben.