Deutschland liefert 14 Leopard-Panzer an Ukraine, Kreml will sie brennen sehen

Nun ist es offiziell: Deutschland will 14 Leopard-Kampfpanzer des Typs 2A6 in die Ukraine liefern. Der russische Botschafter in Berlin nennt die Entscheidung „extrem gefährlich“.

Leopard-2-Kampfpanzer
Leopard-2-KampfpanzerMichael Sohn/AP

Deutschland will in einem ersten Schritt 14 Leopard-Kampfpanzer des Typs 2A6 aus den Beständen der Bundeswehr in die Ukraine liefern. Das kündigte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Mittwoch in einer Mitteilung an. Der Schritt erfolge in Abstimmung mit den internationalen Partnern; Ziel sei es, „rasch zwei Panzer-Bataillone mit Leopard-2-Panzern für die Ukraine zusammenzustellen“.

Weitere europäische Länder würden ihrerseits Panzer vom Typ Leopard 2 übergeben. Die Bundesregierung werde entsprechende Genehmigungen zur Weitergabe erteilen. Die Ausbildung der ukrainischen Besatzungen solle zudem in Deutschland zügig beginnen. Zu dem Unterstützungspaket gehören demnach „neben der Ausbildung auch Logistik, Munition und Wartung der Systeme“. Aus FDP, von Grünen und Partnerländern gibt es für die Entscheidung viel Zuspruch, Russland reagiert mit Drohungen.

Laut dem Regierungssprecher sind dem Beschluss intensive Beratungen mit Deutschlands engsten europäischen und internationalen Partnern vorausgegangen. „Diese Entscheidung folgt unserer bekannten Linie, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen. Wir handeln international eng abgestimmt und koordiniert“, wird Scholz zitiert. Scholz war zuletzt auch in der eigenen Ampelkoalition unter Druck geraten, weil er sich die Entscheidung, solche Angriffspanzer an die Ukraine zu liefern, offengehalten hatte.

Erste Reaktionen auf Panzer-Entscheidung positiv

Die Entscheidung sei „absolut folgerichtig“, erklärte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). „Wir liefern im engen Zusammenspiel mit unseren Partnern Kampfpanzer an die Ukraine, damit sie sich besser gegen die russische Aggression verteidigen kann, und ermöglichen dies auch unseren Partnern“, erklärte er. „Das Recht der Ukraine auf Selbstverteidigung gilt, und wir unterstützen sie dabei mit großer Kraft.“

FDP-Chef Christian Lindner schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Kampfpanzer würden die Ukraine gegen Russland stärken. Er hob hervor, dass sich auch die USA an der Bereitstellung von Kampfpanzern beteiligten. „Zu dieser Gemeinsamkeit hat die deutsche Diplomatie beigetragen“, schrieb der Bundesfinanzminister.

Bundesjustizminister Marco Buschmann erklärte auf Twitter: „Wir müssen die Verteidigungskraft der Ukraine stärken, damit sie ihren Verteidigungskampf gewinnt.“ Deswegen begrüße er den Schritt des Kanzlers – insbesondere auch deshalb, weil er „eng abgestimmt im Bündnis stattfindet“.

Polen und Frankreich danken Deutschland für Leopard-Entscheidung

Die polnische Regierung hat Deutschland für die Entscheidung zur Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern an die Ukraine gedankt. „Danke, Kanzler Olaf Scholz“, schrieb Ministerpräsident Mateusz Morawiecki am Mittwoch im Onlinedienst Twitter. Die Entscheidung, Leopard-Panzer in die Ukraine zu schicken, sei „ein großer Schritt“ dahin, die russische Invasion zu stoppen. „Gemeinsam sind wir stärker“, betonte Morawiecki.

Auch Frankreich hat die Entscheidung der Bundesregierung zur Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an die Ukraine begrüßt. Diese Entscheidung „baut die Unterstützung weiter aus, die wir mit der Lieferung der AMX10 RC eingeleitet haben“, erklärte das Élysée am Mittwoch mit Blick auf die von Frankreich vor einiger Zeit angekündigte Lieferung leichter Kampfpanzer.

Auf die Frage nach einer möglichen Lieferung französischer Leclerc-Panzer verwies das Élysée auf die jüngste Aussage von Präsident Emmanuel Macron. „Wir schließen nichts aus“, hatte Macron am Sonntag gesagt. Er habe seinen Verteidigungsminister beauftragt, dies zu prüfen. Frankreich besitzt etwa 200 der schweren Kampfpanzer, ein gutes Dutzend ist in Rumänien im Einsatz.

Russischer Botschafter: Entscheidung zur Panzerlieferung „extrem gefährlich“

Der russische Botschafter in Berlin, Sergej Netschajew, hat die Entscheidung der Bundesregierung zur Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern an die Ukraine als „extrem gefährlich“ bezeichnet. Dies werde „den Konflikt auf eine neue Ebene der Konfrontation führen“, erklärte Netschajew am Mittwoch im Onlinedienst Telegram. Der Westen befinde sich in einer Logik der „permanenten Eskalation“.

Der Kreml hat indes die Zerstörung westlicher Panzer angekündigt, sollten diese an die Ukraine geliefert werden. „Diese Panzer werden wie alle anderen brennen. Sie sind nur sehr teuer“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch vor Journalisten. Er sprach von einem aus technischer Sicht „gescheiterten Plan“. „Das Potenzial, das die ukrainische Armee dadurch erhält, wird überschätzt.“

Kreml-Sprecher Peskow hatte in dieser Woche gesagt, jede deutsche Lieferung von Panzern an die Ukraine werde „unauslöschliche Spuren“ in den deutsch-russischen Beziehungen hinterlassen.