Der Tatort am Münchener Oktoberfest im Jahr 1980.
Foto: AP/Dieter Endlicher

MünchenDie Bundesanwaltschaft hat das wiederaufgenommene Ermittlungsverfahren wegen des Anschlags auf das Oktoberfest in München am 26. September 1980 eingestellt. Es hätten sich keine ausreichenden Anhaltspunkte „für eine Beteiligung weiterer Personen als Mittäter, Anstifter oder Gehilfen an der Tat des bei dem Anschlag ums Leben gekommenen Gundolf Köhler ergeben“, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Die Ermittlungsergebnisse würden nach Angaben der Ermittlungsbehörden nicht die Annahme rechtfertigen, „dass Mitglieder rechtsgerichteter oder rechtsextremistischer Vereinigungen und Gruppierungen, vor allem Mitglieder der sogenannten Wehrsportgruppe Hoffmann in strafrechtlicher relevanter Weise an dem Anschlagsgeschehen mitgewirkt haben könnten“.

Auch für eine Mitwirkung von „mutmaßlichen Angehörigen sogenannter Stay-Behind-Organisationen westlicher Nachrichtendienste“ hätten sich keinerlei Anhaltspunkte ergeben. Dies gelte „auch angesichts des Umstandes, dass Fragen offen geblieben sind“ sowie „einzelne Sachverhalte nicht vollständig festzustellen oder zu bewerten waren“.

Weil „weitere Erfolg versprechende Ermittlungsansätze“ nicht zu erkennen waren, seien die Ermittlungen eingestellt worden. 

Gundolf Köhler hatte am Abend des 26. September 1980 gegen 22.20 Uhr eine Bombe in einem Abfallkorb im westlichen Bereich des Haupteingangs an der Münchener Theresienwiese abgelegt und zur Explosion gebracht. Hierdurch wurden zwölf Besucherinnen und Besucher des Oktoberfests getötet und 221 weitere Menschen zum Teil schwer verletzt.